Christian Diller

Evaluierungen und Regional Governance: Funktionen der Evaluierung von und in regionalen Steuerungsstrukturen – drei Beispiele

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART100362

Artikel kaufen

Abstract

Mit der zunehmenden Bedeutung von Regionen als Handlungsarenen wird auch die Frage nach der Evaluierung von und in regionalen Steuerungsstrukturen wichtiger. In dem Beitrag werden drei Evaluierungsprozesse regionaler Steuerungsstrukturen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen – in einem Stadt-Umland-Bereich, in einer Metropolregion und in einem europäischen transnationalen Kooperationsraum – einander gegenübergestellt. Dabei geht es vor allem um die Rolle des zentralen Paradigmas der Evaluierung: inwieweit verfolgt diese Erkenntnis-, Dialog-, Lern-, Kontroll- und Legitimationsfunktionen? Die Beispiele zeigen auf, dass die dominierenden Evaluationsparadigmen den Verlauf, das Ergebnis und die Konsequenzen von Evaluierungen von und in Regional Governance maßgeblich prägen. Wenn das Kontrollparadigma vorherrscht, ist auch das Konfliktniveau während der Evaluation am höchsten und sind – nicht zuletzt auch aufgrund des hohen Politisierungsgrades – die Anforderungen an eine transparente Evaluierungsstrukturierung am größten. Welche Paradigmen dominieren, hängt auch eng mit dem Anreizsystem der Regional Governance zusammen: Wenn z.B. über hohe Fördersummen für Projekte zu entscheiden ist, so ist eine Ex-ante-Evaluierung nahezu unverzichtbar und im Evaluierungsprozess wird wahrscheinlich das Kontrollparadigma dominieren. Aber auch in den Fällen, in denen es nicht um Fördermittel geht, kann eine Evaluierung wichtige Funktionen haben. Auch und vor allem ‚weiche‘, formative Evaluierung führt zur Auseinandersetzung der Regional Governance mit sich selbst oder ihren Projekten und damit zu kollektiven Dialog- und Lernprozessen; sie stärkt so die gemeinsame Identität. In allen untersuchten Beispielen stehen Resultate und Wirkungen der Evaluierung in angemessener Relation zu ihrem Aufwand.