Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis

Ausgabe

102. Jahrgang, 1/2010

Bachelor und Master-Plan - Wohin steuert die Lehrerbildung?

Macht der Klassenlehrer einen Unterschied?

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Autor(en)

Alexander Schulte Felix Wolter

Abstract

Haben Lehrermerkmale zusätzlich zu den vielfach bestätigten Effekten der sozialen Herkunft einen Einfluss auf die ungleichen Bildungschancen von Grundschüler/inne/n? Hierzu untersucht der Beitrag den Einfluss (a) des Lehrergeschlechts, (b) der Berufserfahrung und (c) des Studienfaches der Klassenlehrer/innen auf die Wahrscheinlichkeit, dass ein/e Schüler/in eine Gymnasialempfehlung erhält. Als Datengrundlage dient eine aktuelle Befragung aller Schüler/innen der vierten Klassen an Wiesbadener Grundschulen sowie deren Eltern und Klassenlehrer/innen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Chancen eines Schülers bzw. einer Schülerin, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten, bei gleicher Note um so höher sind, je häufiger ein/e Klassenlehrer/in bereits Übergänge von vierten Klassen in die Sekundarstufe 1 betreut hat. Des Weiteren sind die Chancen für eine Gymnasialempfehlung bei Schüler/inne/n mit einem Deutschlehrer bzw. einer Deutschlehrerin als Klassenlehrer/in niedriger, wobei dies auf die höhere Gewichtung der Deutschnote durch die Deutschlehrer/innen zurückzuführen ist. Das Lehrergeschlecht wirkt sich dagegen weder separat noch in Interaktion mit dem Schülergeschlecht auf die Wahrscheinlichkeit aus, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten. Der vorliegende Beitrag will eine erste Bestandsaufnahme zum Thema „Lehrkräfte und Bildungschancen“ leisten, ohne das seit langem praktizierte Selektionsverfahren mit seinen Schwierigkeiten legitimieren zu wollen. Eine objektive Beschreibung des Ist-Zustandes zum Entscheidungshandeln relevanter Akteur/inne/e/n beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe ist für die weitere Diskussion unabdingbare Voraussetzung.


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