Katja Driesel-LangeErnst HanyBärbel KrackeNicola Schindler

Konzepte und Qualitätsmerkmale schulischer Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen

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Abstract

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist eine zentrale Entwicklungsaufgabe im Jugendalter, die in der Schule durch gezielte pädagogische Angebote zur beruflichen Orientierung unterstützt werden soll. Die Konzeption pädagogischer Begleitung erfolgt bisher nicht entlang eines theoretisch fundierten Modells und entsprechender didaktischer Überlegungen, sondern vor allem vor dem Hintergrund bewährter pädagogischer Praxis. Dabei wird der unterschiedliche Entwicklungsstand von Schülerinnen und Schülern gleichen Alters häufig außer Acht gelassen. Eine zielgerichtete, individualisierte Förderung beruflicher Entwicklungsprozesse und deren Begleitung erfordern jedoch Instrumente, mit denen sich Aussagen zum berufsbezogenen Entwicklungsstand des Einzelnen treffen lassen. Zudem ist Berufsorientierung nicht nur auf inhaltlicher Ebene zu betrachten, sondern ist einzubetten in die Prozesse der Schulentwicklung. Die Verzahnung von Berufsorientierung und Schulentwicklung ist das bestimmende Prinzip des Thüringer Berufsorientierungsmodells (ThüBOM). Es werden Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung sowohl auf der Schülerebene als auch auf der Organisationsebene entwickelt. Der aktuelle Diskurs zur Berufsorientierung rückt vor allem die Notwendigkeit einer Individualisierung unterstützender Angebote in den Mittelpunkt. Hieraus leitet sich ein Forschungs- und Entwicklungsbedarf ab, der (1) die Notwendigkeit der empirischen Überprüfung der Wirksamkeit berufsorientierender Maßnahmen, (2) die Entwicklung von Instrumenten und Verfahren zur Diagnostik und Förderung der Berufswahlkompetenz im Kontext schulischer Entwicklung und (3) die weitere theoretische Fundierung der Berufsorientierung betrifft.

Schlagworte
Berufsorientierung, Berufswahlkompetenz, Berufliche Entwicklung, Schulentwicklung