Niina JunttilaMarja VaurasPäivi M. NiemiEero Laakkonen

Mehrperspektivisch erfasste soziale Kompetenz als Prädiktor für spätere Einsamkeit, soziale Ängstlichkeit und soziale Phobie von Kindern und Jugendlichen

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102698

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Abstract

Ziel dieses Beitrags ist die Darstellung von psychometrischen Eigenschaften einer Skala zur mehrperspektivischen Messung sozialer Kompetenz von Kindern und Jugendlichen, die von deren Lehrern und Peers sowie von den Teilnehmern selbst beurteilt wurde. Ein weiteres Ziel des Beitrags ist die Untersuchung, ob diese Beurteilungen späteres psychosoziales Unwohlsein (Einsamkeit, soziale Ängstlichkeit und soziale Phobie) vorhersagen können. Stichprobe 1 bestand aus 318 finnischen Viertklässlern (etwa 10 Jahre alt) und Stichprobe 2 aus 191 finnischen Schülern der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 7, etwa 13 Jahre alt). Die Selbst-, Peer- und Lehrerbeurteilungen der sozialen Kompetenz der Teilnehmer wurden in der vierten bzw. siebten Jahrgangsstufe erhoben. Einsamkeit, soziale Ängstlichkeit und soziale Phobie wurden ein Jahr später erhoben (in der fünften bzw. achten Jahrgangsstufe). Die Faktorstruktur der Skalen wurde mit separaten Modellen der konfirmatorischen Faktorenanalyse validiert und Pearson-Korrelationen zur Beurteilung der Konsistenz zwischen den Einschätzungen der „Rater“ berechnet. Ergebnisse von Strukturgleichungsmodellierungen zeigen, dass die negativen Selbstwahrnehmungen der Grundschüler hinsichtlich ihres pro- und antisozialen Verhaltens in Jahrgangsstufe 4 einen höheren Grad an Einsamkeit und sozialer Ängstlichkeit in Jahrgangsstufe 5 vorhersagen. Demgegenüber zeigen die Analysen für die Sekundarschüler, dass die Beurteilungen durch Peers und Lehrer in Jahrgangsstufe 7 Einsamkeit, soziale Ängstlichkeit und soziale Phobien in Jahrgangsstufe 8 vorhersagen. Abschließend wird die Bedeutung des Erkennens von Anzeichen möglicher Probleme hinsichtlich des sozio-emotionalen Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen zu einem frühen Zeitpunkt – noch bevor schwerwiegendere psychosoziale Probleme einsetzen – diskutiert.

Schlagworte
Soziale Kompetenz; Einsamkeit; Soziale Ängstlichkeit; Soziale Phobie