Marlis Schleich

Geschichte des internationalen Schülerbriefwechsels

Entstehung und Entwicklung im historischen Kontext von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg

2015,  Münchener Arbeiten zur Fremdsprachen-Forschung,  Band 31,  528  Seiten,  broschiert,  49,90 €,  ISBN 978-3-8309-3312-0

zurück zur Übersicht

Schüleraustausch, Drittortprojekte, Telekollaboration: Wer heute moderne Fremdsprachen unterrichtet, dem steht eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung, reale Kommunikationssituationen für die Lernenden zu schaffen. Marlis Schleich untersucht in "Geschichte des internationalen Schülerbriefwechsels" deren bislang noch kaum erforschte historische Wurzeln. Denn bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Europa ein weit verzweigtes Netz an Schülerkorrespondenz: der internationale Schülerbriefwechsel.

Im Fokus stehen u. a. folgende Fragen: Wann und wie entstand der internationale Schülerbriefwechsel? Welche waren die historischen Rahmenbedingungen? Mit welchen Begründungen wurde der Schülerbriefwechsel eingeführt und wie verhielt es sich mit dessen Umsetzung in der schulischen Praxis?

Kurz nachdem im Jahr 1897 der internationale Schülerbriefwechsel im Rahmen einer französisch-britischen Kooperation offiziell ins Leben gerufen wurde, gründete der Leipziger Neuphilologe Martin K. A. Hartmann die Deutsche Zentralstelle für internationalen Briefwechsel. Als sich wenig später auch Amerika beteiligte, erreichte das ursprünglich europäische Projekt eine transatlantische Dimension.

Zigtausende Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an diesem globalen Netzwerk internationaler Korrespondenz – zur damaligen Zeit und auch aus heutiger Sicht eine beeindruckende Innovation.


Ausgezeichnet mit dem

Hans-Eberhard-Piepho-Preis

Pressestimmen

[…] Marlies Schleich [gelingt …] die Entstehung und Entwicklung der Geschichte des internationalen Schülerbriefwechsels in ihrem historischen Kontext präzise, interessant und materialreich nachzuzeichnen.
Tim Giesler in: International Journal for the Historiography of Education, 2/2016

500 Seiten, die sich lohnen. Nachdem der Sprachunterricht seit Vietor 1898 (Quousque) mehrfach umgekehrt ist, lohnt sich dieser historische Blick auf den internationalen Schülerbriefwechsel zwischen 1880 und 1914 in mehrfacher Hinsicht. Historisch, um Tradition und Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts in unterhaltsamer (!) und lehrreicher Weise nachzuvollziehen. Die historische Perspektive gibt Orientierung für die Gegenwart. Didaktisch, um die Frage nach Bildungswert und Nützlichkeitswert […] des Fremdsprachenunterrichts in einer Zeit vor der Kompetenzorientierung kennenzulernen. Methodisch, um sich bewusst zu machen, wie bedeutsam und notwendig es in der heutigen […] Welt ist, den Fremdsprachenunterricht für Online Collaboration bzw. Telecollaboration nicht nur zu öffnen, sondern diese interkulturelle Medien- und Spracherfahrung aus dem Dasein eines „optionial extra“ herauszuholen und zu einem normalen Bestandteil des modernen Fremdsprachenunterrichtes zu machen.
Bernd Morlock in: PRAXIS Fremdsprachenunterricht, 4/2017