Klaus Schriewer

Natur und Bewusstsein

Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Waldes in Deutschland

2015,  220  Seiten,  broschiert,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-3292-5

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In „Natur und Bewusstsein“ von Klaus Schriewer wird analysiert, was Menschen heute unter Natur und konkret unter Wald verstehen. Wie nehmen wir Wald wahr und auf welche Ausschnitte beziehen wir uns dabei? Wie erleben wir den Wald und was haben wir in ihm erlebt? Welche Anmutungen ruft er hervor, welche Gefühle löst er aus? Wie wird er genutzt und welche Kenntnisse besitzen wir über ihn?

Auf diese Fragen gibt es keine homogene Antwort, vielmehr ist davon auszugehen, dass die unterschiedlichen Formen der Erfahrung verschiedenartige und gegenläufige Bilder, Deutungen und Wahrnehmungen mit sich bringen. Diese These der unterschiedlichen und gar gegenläufigen Formen von Wald- und Naturbewusstsein wird hier am Beispiel von Naturschutz, Jagd und Wandern erforscht – drei Formen im Umgang mit der Natur, die auf besondere Weise das Verhältnis zum Wald in Deutschland geprägt haben.

Autoreninfo

Klaus Schriewer ist Professor für Sozialanthropologie an der Universidad de Murcia (Spanien). www.schriewer.eu

Pressestimmen

Die Publikation „Natur und Bewusstsein – Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Waldes in Deutschland“ ist der Kulturwissenschaft zuzuordnen und dennoch oder gerade deshalb von tourismuswissenschaftlicher Relevanz. […] Die Publikation liefert insbesondere im Hinblick auf die Neuorientierung der Erlebnisforschung im Tourismus sowie einem räumlich und zeitlich kontextualisierten Erleben von Landschaft und Naturräumen ergänzende kulturwissenschaftliche Erkenntnisse.
Heinz-Dieter Quack und Franziska Thiele in: Zeitschrift für Tourismusforschung, 8/2016

Es ist dieser empirisch dicht belegte Ausweis „kultureller Relativität“, die Schriewers Studie für aktuelle Debatten über das Verhältnis von Natur und Kultur im Allgemeinen und über Natur- und Umweltschutzmaßnahmen im Speziellen interessant macht. […] Es ist zu hoffen, dass Schriewers Buch zu einer stärkeren Verankerung der kultur- und sozialwissenschaftlichen Umweltforschung in entsprechenden Foren und Entscheidungsgremien beiträgt.
Martin Bemmann in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2016

Schriewer nimmt […] erfolgreich, und das ist hervorzuheben, verschiedene maßgebliche Nutzer und Gestalter des Waldes in den Blick und setzt ihre Perspektiven in Beziehung zueinander. Schon vom Ansatz her dominiert nicht der Mythos des deutschen Waldes […], sondern der Fokus auf Differenzen im Wald-Bewusstsein. Schriewer bietet dabei Einblicke in die individuellen Vorstellungswelten der Befragten. Die Stärke des Buches macht jedoch aus, dass es darstellt, wie die je spezifischen Aneignungen der Gruppen zu je eigenen Auffassungen des Waldes werden – bis hin zu den angedeuteten unterschiedlichen ästhetischen Konzepten.
Astrid Ackermann auf: sehepunkte.de

Mit seinem theoretischen Konzept, dem kulturhistorischen, empirischen, gegenwartsorientierten sowie subjektzentrierten Ansatz gelingt es Schriewer, systematisch und anschaulich die Heterogenität und den Facettenreichtum des Wald- und Naturbewusstseins herauszustellen. […] seine Monographie [besticht] durch die darin präsentierten Ergebnisse, den logischen Aufbau, die Systematik in der Umsetzung der Ziele, die vielen anschaulichen Belege aus dem empirischen Material sowie die klare, sehr gut nachvollziehbare Argumentationslinie. Damit dürfte die Lektüre nicht nur für den Volkskundler, sondern auch für den waldbegeisterten Laien gewinnbringend sein.
Oliwia Murawska in: Rheinische-Westfälische Zeitschrift für Volkskunde, LXI/2016