Maria Schwertl

Faktor Migration

Projekte, Diskurse und Subjektivierungen des Hypes um Migration & Entwicklung

2015,  Münchner Beiträge zur Volkskunde,  Band 44,  280  Seiten,  broschiert,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-3261-1

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Migration und Entwicklung: diese beiden Prozesse wurden seit den 1960ern in wechselnde Zusammenhänge zueinander gebracht. Emigration wurde abwechselnd als positiver, negativer oder irrelevanter Faktor für die Entwicklung eines Landes angesehen. Die Entdeckung migrantischer Rücküberweisungen um die Jahrtausendwende löste jedoch ein nie dagewesenes Interesse aus: Eine unübersichtliche Zahl an Migration&Entwicklungs-Projekten und -Studien entstand. Sie alle haben zum Ziel, migrantische Potentiale für ihre Herkunftsländer nutzbar zu machen, migrantische Aktivitäten im Sinne der Entwicklung zu kanalisieren oder sie mit der institutionalisierten Entwicklungszusammenarbeit zusammenzubringen. Maria Schwertl nimmt in "Faktor Migration" die Effekte dieses Hypes für verschiedene migrantische, entwicklungspolitische und städtische Akteure in den Blick. Der Band beschäftigt sich mit den diskursiven und subjektiven Verschiebungen und Aushandlungen, die mit ihm einhergehen.

Autoreninfo

Hochschulassistentin (Akad. Rätin auf Zeit) am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Pressestimmen

Ihre [Schwertls Dissertation] Stärken liegen […] in der fachlichen Tiefe, im strukturierten Aufbau ihrer Argumentation und in ihrer kenntnisreichen Darstellung konkreter Fallbeispiele. […] Besonderes Interesse weckt ihr Buch dadurch, dass sie eben nicht ein weiteres Mal Chancen und Probleme der großen Flüchtlingsströme für Ziel- und Herkunftsländer verhandelt. Stattdessen führt sie MigrantInnen als eigenständige Akteure in die Diskussion um die Ausgestaltung von Entwicklungspolitik ein.
Maximilian Würdig in: Kultursoziologie, 3/2016

Das Buch liefert besonders wichtige Erkenntnisse für die praktische Arbeit in Migrannt(inn)en-Projekten, die sich offen, interkulturell und dialogisch-fördernd positionieren möchten.
Siegmund Pisarczyk in: neue caritas, 19/2015

Detailliert beschreibt Schwertl auf Basis ihrer empirischen Forschungen das Ringen um Identität und Handlungsmacht einer kamerunischen Organisation, die sich zwischen unterschiedlichen Zuschreibungen und Traditionslinien behaupten muss […] Überhaupt gelingt es Schwertl auf eindrucksvolle Weise, Verknüpfungen zwischen Diskursen und unterschiedlichen Akteuren herzustellen. Eindrucksvoll ist ebenfalls ihr Quellenkonvolut und ihr stets kritischer Umgang mit den unterschiedlichen Quellen. Ihre Veröffentlichung macht das Werkzeug der Assemblage auf eine neue Art zugänglich und zeigt fruchtbare Verknüpfungen auf.
Judith Schmidt in: Rheinisch-westfälischen Zeitschrift für Volkskunde, 2016