Moses Mendelssohn und die Transformation der jüdischen Erziehung in Berlin

Eine bildungsgeschichtliche Analyse zur jüdischen Aufklärung im 18. Jahrhundert

2002,  309  Seiten,  E-Book (PDF),  26,80 €,  ISBN 978-3-8309-6135-2

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Als deutsche Bildungsgeschichte des 18. Jahrhunderts wird in der historischen Bildungsforschung bislang überwiegend die Geschichte der christlichen Aufklärungspädagogik verstanden. Dieses Buch zeigt, dass es damals auch Ansätze einer Erziehungsreform gegeben hat, die von den Vertretern der jüdischen Aufklärung (Haskala), besonders von Moses Mendelssohn (1729-1786) ausgingen und die parallel zu den christlichen Entwicklungen und ihren Wechselwirkungen mit diesen verliefen. Die Transformation der traditionellen jüdischen Erziehung in Richtung auf eine jüdisch-bürgerliche Form hin stellte für die Berliner jüdischen Aufklärer eine zweifache Gratwanderung dar: Innerhalb des Judentums ging es um eine zeitgemäße Lesart jüdischer Überlieferung, ohne den Verdacht zu erwecken, vom Judentum entfremden zu wollen. Im Hinblick auf die christliche Mehrheitskultur war die Balance zu halten zwischen der Anpassung der jüdischen Erziehung an die Erfordernisse der sich formierenden bürgerlichen Gesellschaft und dem Bestehen auf einer jüdischen religiösen und kulturellen Eigenständigkeit.