Chinas Berufsbildung im Wandel

Reinhard StockmannWolfgang Meyer

Chinas Berufsbildung im Wandel

30 Jahre Entwicklungszusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung

2017,  Sozialwissenschaftliche Evaluationsforschung,  Band 14,  250  Seiten,  broschiert,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-3682-4

zurück zur Übersicht

Seit über 30 Jahren prägt die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) die deutsch-chinesische Berufsbildungszusammenarbeit. Ausgewählte Berufsbildungszentren und Berufsakademien in fünf verschiedenen Provinzen des Landes setzen Impulse für eine praxisnahe Ausbildung der chinesischen Fachkräfte von morgen – weg von einer Dominanz theoretischer Anteile, hin zu einer engeren Verzahnung von Theorie und Praxis nach dem Vorbild der deutschen dualen Berufsausbildung.

1999 ließ die HSS den Erfolg dieser Arbeit von einem Forscherteam des Centrums für Evaluation überprüfen. 17 Jahre später erhielten dieselben Evaluatoren die einmalige Gelegenheit, dieselben Projekte und Programme erneut zu evaluieren, um die damaligen Ergebnisse mit denen von heute zu vergleichen. Daraus lassen sich wegweisende Befunde zur Nachhaltigkeit der Arbeit der HSS ermitteln und Empfehlungen für die weitere Stiftungsarbeit ableiten. Darüber hinaus können Aussagen zu der entwicklungspolitisch spannenden Frage formuliert werden, welche Vor- und Nachteile Langzeitförderansätze in der Entwicklungszusammenarbeit aufweisen.

Pressestimmen

Neben Zusammenhängen mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Volksrepublik, die in der vergleichenden Studie offensichtlich werden, haben die Ergebnisse auch Aussagekraft über entwicklungspolitische Langzeitprojekte, die Wirksamkeit von wissenschaftlicher Evaluation oder dynamisches Anpassungsvermögen im Kontext resistenter Strukturen.
In: C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Insgesamt ist die Studie insbesondere für die Lesergruppe spannend, die bereits die Evaluation aus dem Jahr 2000 kennt. Die Entwicklungen seit diesem Zeitpunkt werden strukturiert, verständlich und anschaulich aufbereitet. Aber auch Leser, die die erste Evaluation nicht kennen, finden einen schnellen Zugang zum Untersuchungsobjekt. Die ausführlichen Kontextanalysen in Kapitel 2 und 3 eignen sich ebenfalls, um sich einen Überblick über das chinesische Berufsbildungssystem und die deutsch-chinesische Berufsbildungszusammenarbeit zu verschaffen. Das Buch bietet dem Leser einen konkreten Einblick in die Aktivitäten langfristig angelegter transnationaler Berufsbildungszusammenarbeit mit allen seinen Entwicklungschancen und Herausforderungen.
Junmin Li, auf: bwpat.de (15.05.2018)

Das vorliegende Werk ist für Wissenschaftler(innen) und interessierte Laien eine ‚Fundgrube' an sozialwissenschaftlich-empirischen Methoden für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie an methodischem Rüstzeug für empirisch begründete Evaluationsmethoden und -analysen, die sich schwerpunktmäßig der internationalen Entwicklungszusammenarbeit durch Projekte der Berufsbildung widmen. Für beide Adressatengruppen liefert es implizit differenzierte Daten sowohl zu den Besonderheiten im System der deutschen beruflichen Bildung wie auch zu den Entwicklungslinien des chinesischen Bildungssystems und der Herausbildung eines ‚Berufsbildungssystems' seit den 1990er Jahren. Dass man nebenher noch zusätzlich Informationen über die Ziele und Wendungen der deutschen gesamtstaatlichen Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit in der Berufsbildung in den letzten 30 Jahren nicht nur mit der Volksrepublik China erhält, verleiht dem Buch einen zusätzlichen Wert und geht somit inhaltlich über die im Vordergrund stehende Evaluierung der Förderaktivitäten der Hanns-Seidel-Stiftung in der deutsch-chinesischen Berufsbildungszusammenarbeit hinaus.
Ulrich Degen, in: Zeitschrift für Evaluation 2/2018, S. 402.

Vielleicht interessiert Sie auch:

Vom Nachdenken zum Vordenken

Christina HansenKathrin Eveline Plank (Hrsg.)

Vom Nachdenken zum Vordenken

Chinas Weg zu nachhaltiger Umweltbildung