Reinhold PoppBernd RiekenBrigitte Sindelar

Zukunftsforschung und Psychodynamik

Zukunftsdenken zwischen Angst und Zuversicht

2017,  Psychotherapiewissenschaft in Forschung, Profession und Kultur,  Band 21,  298  Seiten,  broschiert,  37,90 €,  ISBN 978-3-8309-3656-5

Mit Beiträgen von
Julia S. GrundnigNils GuseTassilo Niemetz

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In diesem Buch werden erstmals im deutschsprachigen Raum die Grundlagen und Grundfragen der psychologischen und psychotherapiewissenschaftlichen Zukunftsforschung systematisch analysiert. Damit wird das theoretische Fundament für die Intensivierung der interdisziplinären Kooperation von Zukunftswissenschaft, Psychologie und Psychotherapiewissenschaft gelegt. Auf dieser Basis wollen die Autorinnen und Autoren auch die stärkere Berücksichtigung des subjektiven Faktors in der Zukunftsforschung anregen. Im Hauptkapitel werden die wichtigsten Beiträge der Psychologie und der Psychotherapiewissenschaft zur vorausschauenden Forschung in Form von zwölf Zukunftsdiskursen ausführlich diskutiert. In den weiteren Kapiteln wird über die historische Entwicklung der menschlichen Fähigkeit zum Zukunftsdenken informiert und es werden die vielfältigen wissenschaftstheoretischen Zugänge und forschungsmethodischen Ansätze skizziert.

Mit Gastbeiträgen von
Julia S. Grundnig, B.Sc. & M.Sc. (Univ.-Ass., Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien)
Nils Guse, Dipl.-Kfm. Univ., BA. Pth. (Univ.-Ass., Sigmund-Freud- Privatuniversität Wien)
Tassilo Niemetz, B.Sc. & M.Sc. (Dissertand, Leopold Franzens-Universität Innsbruck)

Autoreninfo

Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp (* 1949) ist einer der wenigen Hochschullehrer, die sich systematisch mit Zukunftsforschung befassen. Er absolvierte ein Doktoratsstudium für Pädagogik, Politikwissenschaft und Psychologie, ein Lehramtsstudium sowie eine Ausbildung für Psychotherapie (IP) und eine Weiterbildung für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie. Nach der Habilitation (1986) leitete er bis 2013 zukunfts- und innovationsorientierte Forschungszentren in Salzburg und Wien sowie ein Doktoratsprogramm („Zukunft – Bildung – Lebensqualität“) an der Universität Innsbruck. Seit 2014 ist er Gastwissenschaftler am Institut Futur der Freien Universität Berlin und ist Gründungsmitglied des dort (seit 2010) situierten Master-Studiengangs für Zukunftsforschung. Seit März 2016 forscht und lehrt Reinhold Popp auch als Gastprofessor für interdisziplinäre Zukunftsforschung im Doktoratsstudium für Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud-Privatuniversität in Wien. Professor Popp ist Berater von Politik und Wirtschaft sowie Autor bzw. Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen, u. a. mehrerer Standardwerke der Zukunftsforschung (Springer, Springer VS, LIT), sowie Mitbegründer und Mitherausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „European Journal of Futures Research“ (Springer International).

Bernd Rieken, Univ.-Prof. DDr., geb. 1955 in Rispelerhelmt (Ostfriesland), Studium der Deutschen Philologie, Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie, Psychologie (LA) und Volkskunde (Europäische Ethnologie) an den Universitäten Mannheim und Wien. 1984–1998 Gymnasiallehrer in Wien, seit 1996 freiberuflicher Psychoanalytiker (IP), 2005 Habilitation für Europäische Ethnologie an der Universität Wien mit einer psychoanalytisch-ethnologischen Monografie zur Katastrophenforschung, 2005–2006 Vertretungsprofessur am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der LMU München, seit 2007 Professor für Psychotherapiewissenschaft (PTW) an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien (SFU). Seither Leiter des Doktoratsstudiums PTW und des Fachspezifikums Individualpsychologie an der SFU; freiberuflicher Psychotherapeut und Lehranalytiker in Baden bei Wien.

Brigitte Sindelar, geboren 1952, ist Klinische Psychologin und Psychotherapeutin (Individualpsychologie) und habilitiert im Fach Psychotherapiewissenschaft. Nach zehnjähriger Tätigkeit an der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien arbeitet sie seit 1981 in freier Praxis in Wien, leitet das von ihr aufgebaute Versorgungsnetz für Kinder und Jugendliche mit Teilleistungsschwächen ("Schmunzelclubs") und ist an der Sigmund-Freud-Privatuniversität als Vizerektorin für Forschung sowie im akademischen Lehrbetrieb und in der Psychotherapieausbildung tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sowie die Entwicklungsneuropsychologie. Sie entwickelte eine Methode zur Diagnostik und Behandlung von partiellen Entwicklungsdefiziten in der Informationsverarbeitung ("Sindelar-Methode"), die nach ihrem theoretischen Modell Lernstörungen wie zum Beispiel Legasthenie oder Dyskalkulie zugrunde liegen können.
Sie ist Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.