„‚Sport für alle‘? Die Welt ist in Not – und wir wollen, daß die ganze Welt spielt. Haben wir das Recht so etwas zu wünschen? In einem Jahrhundert, in dem es nicht gelang, für alle den Frieden zu gewinnen, für alle das tägliche Brot zu sichern und für alle den Weg in die Schule zu öffnen, sprechen wir von ‚Sport für alle‘“.

Mit dem Slogan Sport für alle warb der damalige Präsident des Deutschen Sportbundes Willi Daume 1968 für die Olympischen Spiele in München – und das angesichts einer Welt, die es nicht geschafft hatte, die Grundbedürfnisse an Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu befriedigen. Auch heute steht die Welt vor großen Herausforderungen, doch das Ziel Sport für alle bleibt. Viele Schritte sind bereits auf dem Weg dorthin gemacht worden: Dieser Band geht der Entwicklung der ‚Demokratisierung des Sports‘ in historischer und systematischer Perspektive nach. Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Sportentwicklung – vom Sportstättenbau bis zu den Special Olympics, vom Vereinssport und kommunalen Sport bis zu gewerblichen Sportanbietern und Sport im Urlaub – analysieren und interpretieren diesen Prozess, durch ihn aufgeworfene Fragen und Probleme sowie seine Ergebnisse und Folgen.

Sport für alle findet einfach statt, von den Medien und der großen Öffentlichkeit meistens wenig beachtet, während der Spitzensport der wenigen die Massen und Medien mobilisiert. Deshalb ist es an der Zeit, die Aufmerksamkeit wieder mehr auf den Sport für alle zu lenken.