Nina Jebsen

Als die Menschen gefragt wurden

Eine Propagandaanalyse zu Volksabstimmungen in Europa nach dem Ersten Weltkrieg

2015,  Internationale Hochschulschriften,  Band 610,  E-Book (PDF),  mit zahlreichen, farbigen Abbildungen,  39,99 €,  ISBN 978-3-8309-8122-0

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Als Folge des Ersten Weltkriegs und den daraus resultierenden Friedensverträgen war die Bevölkerung von fünf Grenzgebieten, die bisher von mindestens zwei Nationalstaaten beansprucht wurden, dazu aufgerufen, ihre national-territoriale Zugehörigkeit durch Volksabstimmungen selbst festzulegen.
In den Grenzregionen Schleswig, Ost-/Westpreußen, Kärnten, Oberschlesien und dem Burgenland sollten die Abstimmungsberechtigten in den Jahren 1920/21 sich jeweils durch ihre Stimmabgabe klar für einen der beiden zur Wahl stehenden Nationalstaaten und damit für eine nationale Zugehörigkeit entscheiden.
In allen Abstimmungsregionen setzte unmittelbar nach Bekanntwerden der friedensvertraglich geregelten Volksabstimmungen eine rege Agitationsarbeit ein.
In der vorliegende Arbeit wird erstmals eine vergleichende Zusammenschau von Bildpropagandamaterial aus allen fünf Abstimmungsregionen durchgeführt. Das Quellenmaterial, bestehend aus Plakaten, Postkarten, Notgeldscheinen, Illustrationen und Briefmarken, wird dabei einander gegenübergestellt und vergleichend hinsichtlich der Fragestellung analysiert, wie in bildlicher Propaganda nationale Identität konstruiert wurde.
Anhand von einzelnen Motiven und Motivgruppen wird die Bildpropaganda als Träger von Diskursen analysiert. Hier zeigen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten der zeitgenössischen Auffassungen von Nation und nationaler Identität.
Der komparative Ansatz der Arbeit zeigt darüber hinaus, wie Bildmotive verwendet worden sind, um Identität zu konstruieren und wie unterschiedliche Formen von nationaler und regionaler Identität gegeneinander positioniert und hierarchisiert worden sind.

Autoreninfo

Dr. Nina Jebsen war Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department of Border Region Studies an der University of Southern Denmark, Campus Sønderborg (2010-2014).
In ihrer Doktorarbeit "Als die Menschen gefragt wurden. Volksabstimmungen in Europa nach dem Ersten Weltkrieg - Eine Propagandaanalyse“ hat sie bildliches Propagandamaterial aus fünf europäischen Grenzregionen der 1920er Jahre analysiert und miteinander hinsichtlich Fragen der nationalen/regionalen Identitätskonstruktion verglichen.
Vor ihrer Zeit in Dänemark war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Kiel. Dort erwarb sie auch ihren Magister in Europäischer Ethnologie/Volkskunde, Politikwissenschaft und in Neuer Deutscher Literatur und Medien (2008).