Selektion im Gymnasium

Annika Hillebrand

Selektion im Gymnasium

Eine Ursachenanalyse auf Grundlage amtlicher schulstatistischer Daten und einer Lehrerbefragung

2014,  Empirische Erziehungswissenschaft,  Band 49,  272  Seiten,  broschiert,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-3094-5

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Bei unbefriedigenden Schülerleistungen machen deutsche Lehrkräfte vergleichsweise häufig Gebrauch von den Ausleseinstrumenten der Zurück- und Abstufung. In dieser Studie wird der Blick vorwiegend auf die frühzeitigen Abgänge aus dem Gymnasium in Bildungsgänge mit niedrigerem Anspruchsniveau in Nordrhein-Westfalen gerichtet. Zwar geht die zunehmende Öffnung des Gymnasiums im Kontext der Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte mit einer deutlichen Senkung der Abstufungs- und Wiederholerquoten einher, dennoch werfen die starken regionalen Unterschiede hinsichtlich der selektiven Praxis der Gymnasien die Frage nach den Ursachen auf und lassen Zweifel daran aufkommen, dass allein die Schulleistungen und individuelle Merkmale der Schülerinnen und Schüler ausschlaggebend für schulischen Misserfolg sind. Mithilfe von Daten aus der amtlichen Schulstatistik und einer Lehrerbefragung wird der Zusammenhang zwischen schulischen Bedingungsfaktoren und dem Schulversagen im Gymnasium analysiert. Dazu werden strukturelle Rahmenbedingungen wie die Klassengröße oder der Migrationsanteil der Schulen sowie pädagogische Prozessmerkmale wie das Schulklima oder persönliche Einstellungen der Lehrkräfte in Verbindung zur Auslesepraxis gesetzt.

Pressestimmen

Eine gut nachvollziehbare, differenzierende Studie, die weitere Forschung anregen sollte.
Jörg Schlömerkemper in: PÄDAGOGIK, 1/2015