Klavierunterricht mit dementiell erkrankten Menschen

Eva-Maria Kehrer

Klavierunterricht mit dementiell erkrankten Menschen

Ein instrumentalgeragogisches Konzept für Anfänger

2013,  Musikgeragogik,  Band 2,  224  Seiten,  broschiert,  24,90 €,  ISBN 978-3-8309-2805-8

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Angesichts der sich wandelnden Altersstruktur der Bevölkerung fordern maßgebliche Spitzenverbände Musikschulen auf, eine Ausweitung ihrer Angebote für das Seniorenalter vorzunehmen. Doch können auch Menschen willkommen geheißen werden, die unter Demenz leiden?

Die Ergebnisse dieser empirischen Untersuchung zeigen, dass demenzerkrankte Anfänger das Musizieren am Klavier als ästhetisch bedeutsame und glückstiftende Betätigung erfahren und in ihren musikalischen Kompetenzen und Fähigkeiten so gefördert werden können, dass Vorspiele möglich sind.

Praktiker erhalten eine direkt in die Praxis übernehmbare Unterrichts­konzeption für das Instrument Klavier mit vielfältigen Einblicken in das Erleben von Demenzerkrankten. Forschungsinteressierten wird aufgezeigt, wie instrumental­didaktische Forschung mit Demenzerkrankten gestaltet werden kann, insbesondere in der hier entwickelten Fachdisziplin elementare Instrumentalgeragogik.

Pressestimmen

Das Buch von Eva-Maria Kehrer richtet sich an Musikpädagogen (bzw. -geragogen), doch es wirft Fragen auf, die weit darüber hinaus gehen: Wenn es möglich ist, dass Menschen mit Demenz den Umgang mit einem Musikinstrument völlig neu lernen, sollten ihnen dann nicht auch viele weitere Bildungsangebote zugänglich gemacht werden?
Susanna Saxl in: Alzheimer Info, 2/2013

Eva-Maria Kehrer hat mit ihrer Studie einen Beitrag sowohl für die Instrumentalpädagogik als auch für den Bereich der Musik in sozialen Arbeitsfeldern geleistet. Dabei ist zunächst hervorzuheben, dass allein die Grundidee, dementiell erkrankten Menschen Klavierunterricht anzubieten, überraschend genug ist. In der Verbindung mit einer Forschungsmethode, die optimal ausgewählt und ebenso sorgfältig umgesetzt wurde, entstand ein Buch, das gleichermaßen originell und klug ist. Beeindruckend ist nicht zuletzt die Tatsache, dass hier tatsächlich eine neue Sichtweise geschaffen wird und sich unmittelbare Handlungsoptionen für die Instrumentalpädagogik – von der Ausbildung bis hinein in die Musikschulen – ergeben. Gleichzeitig wird auch der (Kultur-)Geragogik eine Option aufgezeigt, welche Angebotsformen noch denkbar wären, diese Ausführungen können eine Nachfrage erzeugen.
Thomas Grosse auf: socialnet.de

Inhalt des Buches ist eine Studie, in der untersucht wurde, unter welchen Bedingungen und dem Einsatz welcher Methoden und Vorgehensweisen Klavierunterricht für Anfänger mit Demenz umsetzbar ist und was erreicht werden kann. Eva-Maria Kehrer grenzt dabei in einer erfrischenden Deutlichkeit ihren geragogischen Ansatz von dem der Musiktherapie ab, [...] Zudem ist das Buch ein Plädoyer für die Notwendigkeit einer hohen künstlerischen Qualität der musisch künstlerischen Begleiter.
Aus: Bausteine.demenz, 21/2014