Shalom Forth

Martina Switalski

Shalom Forth

Jüdisches Dorfleben in Franken

2012,  264  Seiten,  broschiert,  19,90 €,  ISBN 978-3-8309-2715-0

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„Man muss sich erinnern. Aber woran müssen wir uns erinnern? Nur, wie sechs Millionen Juden gestorben sind? Oder wie sie gelebt haben?“
Die erste Dokumentation über die israelitische Kultusgemeinde Forth legt den Fokus auf das gemeinsame Leben und stellt mit reichem historischen Bildmaterial und Zeitzeugenberichten die Hausbauten, die Handelstätigkeit, die (un)sichtbaren Überreste der Synagoge, der Judenschule und Mikwen, sowie Anekdoten im kollektiven Gedächtnis der Dorfbewohner vor. Die frühe Parteinahme des Dorfes, die brutale Vertreibung der jüdischen Mitbewohner in der Pogromnacht, die rechtswidrige Arisierung und moralische Schuld verstellten die Betrachtung eines über 350-jährigen christlich-jüdischen Zusammenlebens. Aber die Zeit drängt.

„Fragt uns, wir sind die Letzten.“
(Albert Kimmelstiel, Forther Überlebender der Shoa 2008)


In diesem Band dokumentiert Martina Switalski ihre langjährige Forschungsarbeit innerhalb der „Interessensgemeinschaft Jüdische Geschichte in Forth“, deren Arbeit ein Teil der Auseinandersetzung Forths mit der eigenen Vergangenheit geworden ist.

Pressestimmen

[...] Martina Switalski [...] reiht sich mit diesem Werk in dei Darstellungen enuen Typs der Lokalgeschichte von Juden ein. Während die Forschungen seit den 1990er Jahren zu diesem Tehmbenkreis das Augenmerk vorwiegend auf das Schicksal der jüdischen Bewohner bis zur NS-Markierung „Judenfrei“ und zur anschließenden Auslöschung von Menschelben richteten, [...] wird nun im sozialen Kontext die Gruppe der Täter und deren Umgang mit dem Schuldigwerden ebenfalls zum Thema. [...] Vorbildlich hat schon [...] Andreas Jakob, mit seiner Darstellung: „In der Nacht, in der die Judenaktion stattfand. Der Pogrom vom 9./10. November 1938 in Erlangen und seine juristisceh Aufarbeitung nach 1945“ [...] dem trägen Bewusstsein aufgeholfen. Diesem Werk steltl sich Switalskis Buch – bezogen auf die dörflichen Bedingungen – gleichwertig an die Seite.
Siegfried Ziegler in: in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2014

Auch wer keinen Bezug zum jüdischen Leben in Franken im Allgemeinen und zu jenem in Forth im Speziellen hat, kann das Buch dennoch als gelungenes Beispiel für die Darstellung jüdischen Lebens zur Hand nehmen.
Sebastian Hartmann, in: Chilufim – Zeitschrift für jüdische Kulturgeschichte, 14/2013

Switalski schont weder sich noch ihre Umgebung [...]
Karl-Heinz Panzer in: Erlanger Nachrichten vom 6.2.2013

Martina Switalski gibt der unmenschlichen Entrechtung und Vernichtung der Juden durch die Nazis ein Gesicht.
Aus: Wochenblatt, 39/2012.

Liest man das Buch und studiert all das Fotomaterial sowie Baupläne und Dokumente, wird einem bewusst, wie wichtig es auch heute noch ist, nachzufragen.
Nina Pauler in: Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern vom 4. November 2012

„Shalom Forth“ ist nicht nur die erste Dokumentation der Israelitischen Kultusgemeinde Forth, sondern auch eine sehr gut rechercherierte und umfassende. Der Gang durch die Jahrhunderte [...] ist [...] nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch äußerst ansprechend geraten.
Matthias Rittner in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, 101/2014