Jonathan Roth

2000 Jahre Varusschlacht – Jubiläum eines Mythos?

Eine kulturanthropologische Fallstudie zur Erinnerungskultur

2012,  Mainzer Beiträge zur Kulturanthropologie / Volkskunde,  Band 5,  124  Seiten,  broschiert,  mit farbigem Bildteil,  24,90 €,  ISBN 978-3-8309-2704-4

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2009 war das Jahr eines ungewöhnlichen Jubiläums: landesweit wurde unter prominenter Beteiligung des 2000. Jahrestages der ›Schlacht im Teutoburger Wald‹ gedacht. Dieses Ereignis, dessen historische Spuren sich weitgehend verloren haben, erlangte gleichwohl im Prozess der deutschen Nationalwerdung ›mythische‹ Bedeutung, die auch im Jubiläumsjahr im Mittelpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung stand.
Ausgehend vom Konzept der Erinnerungskultur untersucht der Autor zahlreiche Aktivitäten, die 2009 rund um das Thema Varusschlacht stattfanden. Dabei werden Kulturevents, Museumsausstellungen sowie Produkte eines multimedialen Geschichtsmarktes im Hinblick auf ihre erinnerungskulturelle Symbolik analysiert und damit Fragen zum Umgang mit Geschichte im Alltag thematisiert.

Autoreninfo

Jonathan Roth ist Doktorand der Kulturanthropologie/Volkskunde an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. Von 2011 bis 2014 lehrte er als wiss. Mitarbeiter (LfbA) am Mainzer Lehrstuhl, war von 2009 bis 2011 Mitarbeiter der „Digitalen Akademie“ an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und studierte zwischen 2004 und 2011 Kulturanthropologie/Volkskunde sowie Vor- und Frühgeschichte in Mainz und Sockholm. Forschungsschwerpunkte/-interessen: Erinnerungskulturen und Politische Anthropologie (hier speziell Ethnografien politischer Institutionen).

Pressestimmen

Jonathan Roths Buch profitiert von konziser Argumentation, Abstraktionsniveau und seiner ebenso flüssigen wie eleganten Sprache. Der theoretische Rahmen seiner Interpretationen und Begrifflichkeiten ist an jeder Stelle ausreichend gegeben, ohne jedoch die Anwendung auf die Fallstudie zu überlagern. Der Autor demonstriert damit in der Veröffentlichung seiner Magisterarbeit eine intellektuelle Souveränität im Umgang mit kulturwissenschaftlicher Theorienbildung und ihrer Verschränkung mit heterogenen Datenmengen, die auch einer Dissertation würdig wäre.
Silke Meyer in: Zeitschrift für Volkskunde, II/2013

Voor ons heeft diet werk vooral waarde als exemplarische studie van herinneringscultuur. Sterk aanbevolen aan alle wetenschappers die een onderzoek op dit vlak plannen.
Paul Catteeuw in: Volkskunde, 2/2014

[Die Arbeit] bietet [...] in ihrer stringenten Gedankenführung einen willkommenen, „metahistorischen Blick“ auf die Varusschlacht und ihre Platzierung im kollektiven aktuellen historischen Gedächtnis, sodass die Nutzung der Studie auch im universitären Lehrbetrieb empfehlenswert ist.
Rainer Wiegels in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, LVIII/2013