Sympathy for the Devil?

Manuel Trummer

Sympathy for the Devil?

Transformationen und Erscheinungsformen der Traditionsfigur Teufel in der Rockmusik

2011,  Regensburger Schriften zur Volkskunde/Vergleichenden Kulturwissenschaft,  Band 22,  424  Seiten,  broschiert,  mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-2575-0

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Die Bedeutung von Tradition in den Alltagskulturen der Gegenwart unterliegt einem markanten Wandel. Unter dem Einfluss von Globalisierungsprozessen und dem Innovationsdruck der modernen Popkultur sinken die kulturellen Zugangsschwellen zu traditionalen Phänomenen. Tradition wird fluide und erfährt so eine Revitalisierung in den unterschiedlichsten populärkulturellen Medien.

Am Beispiel der zentralen europäischen Traditionsfigur des Teufels zeichnet diese Studie den fundamentalen Wandel nach, den Satan, Mephisto, Luzifer durch den Transfer in das popkulturelle Medium Rockmusik vollzogen hat. Auf der methodischen Grundlage einer Analyse popularer Medientexte entwickelt sich so eine spannende und materialreiche Geschichte des Diabolischen in der Rockmusik von den „Teufelspakten“ des Delta Blues über das Spiel mit populärer Religiosität der Beatles bis zu den satanistischen Black-Metal-Szenen der modernen Heavy-Metal-Kultur. Dabei wird deutlich, wie sehr der Rekurs auf den Teufel stets von zeit- und gruppenspezifischen kulturellen Bedürfnissen gelenkt wird. Das Traditionale bleibt stets auch das Aktuelle. Es bildet eine wichtige Zukunftsoption innerhalb der reflexiven Moderne.

Pressestimmen

Diese umfangreiche ethnologische Dissertation mit dem Titel des gleichnamigen Songs der Rolling Stones von 1968 bietet einen wohl auch für schulischen Unterricht interessanten Zugang zum Thema Teufel über die Rockmusik und erweist sich damit gleichermaßen relevant für den Musik- wie Religionsunterricht der Sekundarstufen.
Dieter Bach auf: Lehrerbibliothek.de

man [...] muss dem Buch zugutehalten, dass es ein umfassendes Szenebild liefert, das zu weiteren Gedanken anregt und eben die Rolle des Teufels in der Musikgeschichte darlegt – eine umfassende Arbeit [...].
Aus: Legacy, 2. 2012.

[Die Studie] trägt erheblich bei zur Fortentwicklung der Standards volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Populärkulturforschung. So ist zu hoffen, dass nicht nur Trummers Überlegungen zu Grundfragen moderner Kulturanalyse aufgegriffen werden, sondern auch seine Impulse für eine interdisziplinär anschlussfähige Popforschung, die das Fach ins Zentrum kultureller Gegenwartsprozesse führt.
Kaspar Maase, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2012.

[D]ie Dissertation [ist] mit ihren unzähligen Textbeispielen zahlreicher Bands und dem gut illustrierten Bildanhang im Zusammenhang mit dem profunden musikalischen und wissenschaftlichen Fachwissen des Autors für alle an der Thematik Interessierten wärmstens zu empfehlen.
Matthias Fielder in: Zeitschrift für Volkskunde, II/2012

[Die Studie leistet] einen überzeugenden Beitrag zu einer Kulturgeschichte der Faszination des Bösen [...] die der Rezensent mit großem Gewinn und Vergnügen gelesen hat.
Werner Bies in: FABULA, H. 1/2, 2013

Trummers Analyse bietet nicht nur neue Ansichten zum Thema der Traditionsüberlieferung, sondern liest sich nebenbei auch als detaillierter Überblick zur Geschichte des Heavy Metal mit dem Teufel als Leitmotiv.
Regine Schiel in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift füt Volkskunde, 58/2013