Edina Caprez-Krompàk

Entwicklung der Erst- und Zweitsprache im interkulturellen Kontext

Eine empirische Untersuchung über den Einfluss des Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) auf die Sprachentwicklung

2010,  Internationale Hochschulschriften,  Band 551,  280  Seiten,  broschiert,  28,90 €,  ISBN 978-3-8309-2426-5

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Wie wirkt sich die Förderung der Erstsprache auf die Entwicklung der Erst- und Zweitsprache aus? Unter welchen Rahmenbedingungen findet die Förderung der Erstsprache im HSK-Unterricht (Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur) in der Schweizer Schule statt? Hat der HSK-Unterricht einen Platz im „Haus des Lernens“?

Das Forschungsprojekt „Entwicklung der Erst- und Zweitsprache im interkulturellen Kontext“, das auf diese Fragen Antworten sucht, strebt ein differenziertes Bild über den kaum erforschten muttersprachlichen Unterricht in der Schweiz an. Neben der standardisierten Befragung von HSK-Lehrpersonen in der Deutschschweiz und der Videoanalyse von zwei albanischen Unterrichtseinheiten wurden Interviews mit HSK-Lehrpersonen durchgeführt. Im Zentrum der Studie stehen die Ergebnisse der Längsschnittstudie zur Entwicklung der Sprachkompetenzen von albanisch und türkisch sprechenden Kindern. Einen wichtigen Beitrag zur Sprachdiagnostik leisten dabei die im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelten Sprachleistungstests (C-Tests) in deutscher, türkischer und albanischer Sprache. Die Ergebnisse der Studie sind unter anderem aus linguistischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht von Bedeutung und verweisen insbesondere auf den Wert der Erstsprachen im Schulwesen. Die Förderung der Erstsprachen sollte ein integrativer Bestandteil der Mehrsprachigkeitsdidaktik sein. Aus diesem Grund wird für einen Perspektivenwandel plädiert, welcher die Sprachen der Kinder mit Migrationshintergrund aus der Sicht der individuellen und gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit differenziert wahrnimmt und fördert.

Autoreninfo

Dr. phil. Edina Caprez-Krompàk ist Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet als Dozentin an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Nach ihrem Studium in Ungarn und in der Schweiz befasste sie sich an der Universität Zürich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Sprachentwicklung von albanisch und türkisch sprechenden Kindern. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Erst- und Zweitspracherwerb, Mehrsprachigkeit und Sprachdiagnostik von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Pressestimmen

Die Lektüre [...] ist keinesfalls nur wegen der zitierten Ergebnisse zu den Effekten des Unterrichts in HSK empfehlenswert. Auch der breite Überblick über den Forschungsstand zu den thematisierten Aspekten des Unterrichts in HSK, der Publikationen der deutschsprachigen Literatur und Arbeiten aus dem englischsprachigen Bereich einbezieht, ist lesenswert.
İnci Dirim in: Deutsch als Fremdsprache, 3/2012.