Matthias Jung

„Heimathirsche“

Hobbyarchäologen zwischen Hedonismus und Professionalisierung

2010,  Internationale Hochschulschriften,  Band 541,  352  Seiten,  broschiert,  37,90 €,  ISBN 978-3-8309-2292-6

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„Heimathirsche“ – mit dieser ironischen Bezeichnung belegen Facharchäologen die Hobbyarchäologen, die in ihrer Freizeit mit behördlicher Genehmigung Felder begehen, um archäologische Relikte zu suchen. So wertvoll sie als Zuarbeiter der Wissenschaft sind, die wichtige Spuren vergangener Siedlungs- oder Bestattungsplätze entdecken, so anstrengend kann zuweilen der Umgang mit schrullig-eigenwilligen Vertretern sein. Diejenigen, die mit ihnen zu tun haben, stellen sich häufig die Frage, was sie eigentlich antreibt, warum sie sich ausgerechnet dieses Hobby ausgesucht haben. Dieses Buch möchte exemplarische Einblicke in ihre Motivlagen sowie deren lebensgeschichtliche Hintergründe geben und den Typus des Hobbyarchäologen definieren in Abgrenzung einerseits von dem des professionalisierten Facharchäologen und andererseits von dem des „illegalen“ Archäologen, des Schatzsuchers und Raubgräbers. Grundlage der Untersuchung sind Interviews, die mit der Methode der Objektiven Hermeneutik ausgewertet werden.

Autoreninfo

Matthias Jung, geb. 1968, Studium der Philosophie, Soziologie und Vor- und Frühgeschichte in Frankfurt am Main und Mainz. Promotion 2004 („Zur Logik archäologischer Deutung“), Habilitation 2008. Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: Prähistorische Konfliktforschung, Burgen der Bronzezeit zwischen Taunus und Karpaten

Pressestimmen

Jung ist Soziologe und Facharchäologe, [...] ein begnadeter Beobachter [...] mit streng wissenschaftlicher Erhebung kann hier schonungslos so mancher Sammler und Hobbyarchäologe in einen Spiegel schauen, wenn er es aushalten kann [...]
Aus: Umgepflügt. Sammlung Robert Bollow.