Jane Redlin

Säkulare Totenrituale

Totenehrung, Staatsbegräbnis und private Bestattung in der DDR

2009,  Internationale Hochschulschriften,  Band 530,  286  Seiten,  broschiert,  mit zahlreichen Abbildungen,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-2194-3

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Der säkulare Mensch und sein Tod. Wer kümmert sich um ihn? Welche Rituale werden für ihn zelebriert? Diese Fragen bewegen viele Menschen, weil sie selber betroffen sind.

Diese Arbeit zeigt am Beispiel der DDR, welche Lösungen in einer säkularen Gesellschaft für den säkularen Tod gefunden bzw. nicht gefunden wurden. Sie wirken auch heute weiter, während ihre Wurzeln in die Geschichte vor 1949 zurückweisen.

Der Ritus der Totenehrungen, die Beisetzungen von Staatsoberhäuptern, Künstlern und Privatpersonen zeichnet ein interessantes Bild der unterschiedlichen Lebenswelten in der DDR und zeigen somit wie Totenkultur zum Abbild einer ganzen Gesellschaft werden kann.

Autoreninfo

Jane Redlin, Dr. phil., Kustodin am Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin. Arbeits-/Forschungsschwerpunkte: Religion und Ritual, aktuelle Forschung zu Mobilitätsstrategien mit Kindern und Lebenswelten mit Comics. Dissertation im Fach Europäische Ethnologie: „Säkulare Totenrituale. Totenehrung, Staatsbegräbnis und private Bestattung in der DDR“.

Pressestimmen

Ganz unabhängig von der Frage nach den Totenritualen, gibt das Buch einen Einblick in die Struktur der Gesellschaft der DDR, die politische Kultur und in das Alltagsleben der Menschen. Es ist weit mehr als eine Facharbeit zu einem speziellen Forschungsthema. Vielmehr trägt es zur historischen Aufarbeitung bei.
Birgit Aurelia Janetzky auf: grabauf-grabab vom 19.02.2010.

Die Autorin Jane Redlin hat sich in diesem Sachbuch einem Thema gewidmet, das zu den Verdrängten gehört. Ihre Forschungsergebnisse zeigen jedoch, wie viel Einfluss ein Staat bis in die privatesten Lebensbereiche nehmen konnte und wie sich auf längere Sicht Lebensgewohnheiten nachhaltig änderten.
Dagmar Weitbrecht auf MDR 1 Radio Thüringen am 18.4.2010 Kulturnacht zum Welttag des Buches.

Mit der vorliegenden Arbeit wird die Bestattungskultur der DDR erstmalig umfassend untersucht und analysiert. Ein ausführlicher Anhang mit Literatur- und Quellenverzeichnis nebst Register rundet das Werk ab, das einen kompetenen und breit angelegten Überblick bietet. Es bringt alle Voraussetzungen mit, zu einem Standardwerk für die Geschichte der Bestattungskultur Deutschlands im 20. Jahrhundert zu werden.
Norbert Fischer in: Zeitschrift für Volkskunde, II. 2010.

Bei Jane Redlins Untersuchung handelt es sich um eine interessante Arbeit, die eine bedeutende Forschungslücke schließt.
Alexandra Kaiser in: kulturen, 1. 2011.

Alles in allem ist die Lektüre des Buches [...] jedem empfohlen, der sich mit der Geschichte der Trauer- und Bestattungsfeiern in der DDR beschäftigen will oder sich allgemein für Rituale im Totenbrauchtum interessiert.
Isabel von Papen in: Friedhof und Denkmal, 2. 2011.

Insgesamt lässt sich über das Buch urteilen, dass es nicht nur übersichtlich strukturiert, sondern auch gut recherchiert ist. [...] Nicht zuletzt ist das Buch auch deshalb empfehlenswert, weil es über verschiedene Ritem im Totenbrauchtum informiert und welche Bindekraft sie grenzüberschreitend entfalten (konnten).
Ulrike Neurath-Sippel in: Curiositas, 11. 2011.

Die Arbeit ist klar strukturiert. [...] Zusammenfassend ein lesenwertes Buch, das für die Analyse der DDR-Bestattungskultur einen hohen Standard setzt.
Dagmar Hänel, in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. 57/2012.