Ursula Reitemeyer

Umbruch in Permanenz

Eine Theorie der Moderne zwischen Junghegelianismus und Frankfurter Schule

2007,  Internationale Feuerbachforschung,  Band 3,  214  Seiten,  broschiert,  29,90 €,  ISBN 978-3-8309-1855-4

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Die von G. W. F. Hegel entwickelte Theorie bildungsgeschichtlicher Selbstentfaltung des Geistes erklärt den Übergang von einer historischen Epoche zur nächsten durch das Prinzip der Umwälzung. Insofern die Moderne durch zahlreiche gesellschaftliche, politische, technologische und ideologische Umbrüche gekennzeichnet ist, wird in ihr der Umbruch als strukturelles Merkmal permanent. Die durch diese Strukturanalyse der Moderne gewonnene kritische Distanz gegenüber dem eigenen, historisch und gesellschaftlich vermittelten Standpunkt und das damit einhergehende Prinzip des Bruchs mit der Tradition als Prinzip historischer Selbstvergewisserung setzt sich als Theorieelement dialektischer Geschichtsphilosophie bis in die nachmetaphysische Gegenwart fort.

Ursula Reitemeyer verfolgt diesen Gedanken des "Umbruchs in Permanenz" durch die Moderne und liefert so einen Überblick, der neben Junghegelianismus und Kritischer Theorie auch die Philosophie der Aufklärung berücksichtigt, um im Anschluss den Blick auf die "Realitätsprinzipien" des globalen Zeitalters zu wagen. Es zeigt sich, dass das Projekt der Moderne in Gefahr ist und an seiner inneren Dialektik zu scheitern droht. Das Buch versteht sich daher auch als eine Verteidigungsschrift der Moderne.

Autoreninfo

Ursula Reitemeyer (geb. 1955) lehrt Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildungsphilosophie und arbeitet am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie leitet die Arbeitsstelle Internationale Feuerbachforschung und ist Herausgeberin der Reihe Ethik im Unterricht.

Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der klassischen und modernen Bildungstheorie, der Aufklärungsphilosophie und des Junghegelianismus. Wichtigste Veröffentlichungen: ‚Philosophie der Leiblichkeit‘ (1988) und ‚Perfektibilität gegen Perfektion - Rousseaus Theorie gesellschaftlicher Praxis‘ (1996).

Pressestimmen

[Es] bleibt zu hoffen, dass dieses Buch - gerade durch seinen gegen den Strich des Konformismus gebürsteten Argumentationsüberschuss – fruchtbare Diskussionen anregen und in Fluss halten wird, die mit realisierbaren Strategievorschlägen und konkreten Handlungsalternativen eine fortschreitende Humanisierung voranbringen – auf den verschlungenen Wegen in eine global herausfordernde Zukunft der Moderne.
Anke Redecker in: Zeitschrift für Erziehung und Schule, 2/2008