Wasser - Alltagsgetränk, Prestigeprodukt, Mangelware

Lars Winterberg

Wasser - Alltagsgetränk, Prestigeprodukt, Mangelware

Zur kulturellen Bedeutung des Wasserkonsums in der Region Bonn im 19. und 20. Jahrhundert

2009,  Bonner Beiträge zur Alltagskulturforschung,  Band 9,  208  Seiten,  E-Book (PDF),  19,90 €,  ISBN 978-3-8309-6850-4

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Wasser hat als Getränk große alltagskulturelle Bedeutung. Der Konsum wird jedoch stets ambivalent bewertet und variiert hinsichtlich seiner räumlichen, zeitlichen und sozialen Verortung. Die gegenwärtige Situation ist uneinheitlich: Während man in den Industriegesellschaften über fast uneingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügt, gilt das "blaue Gold" im weltweiten Vergleich als Mangelware. Aus historischer Perspektive liegen zentrale Problemkontexte direkt "vor der eigenen Haustür": eine unzureichende, durch soziale Differenzen geprägte Wasserversorgung, regelmäßige Verunreinigungen und in Folge dessen sogar epidemische Seuchenausbrüche.

Die kulturwissenschaftliche Nahrungsforschung hat das Wasser zugunsten von Alkohol und Heißgetränken bislang nahezu ausgeblendet. Ein wesentlicher Bereich unserer Alltagskultur bleibt somit aber unberücksichtigt. Die vorliegende Studie analysiert den Bedeutungswandel des Trink- und Mineralwasserkonsums seit dem frühen 19. Jahrhundert. Auf diese Weise werden Formen und Funktionen historischer wie gegenwärtiger Trinkkultur sowie übergeordnete gesellschaftliche Prozesse am Mikrobeispiel der Region Bonn sichtbar.

Pressestimmen

[...] die auf vielerlei Archivquellen beruhende, durch Umsicht und gründliches Vorgehen gekennzeichnete Darstellung [zeigt], dass die Betrachtung des Wasserkonsums auch weit über dieses Nahrungsmittel hinausreichende kulturelle Prozesse erkennbar werden lässt.
Thomas Schürmann in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. 54, 2009.

Winterbergs Arbeit verdeutlicht an einem konkreten Beispiel den Zusammenhang eines Nahrungsmittels mit gesellschaftlichen Ordnungssystemen und Veränderungsprozessen. Die aufwendige Recherche und detaillierte Beschreibung zeichnen ein lebendiges Bild der kulturellen Bedeutung des existenziell notwendigen Nahrungsmittels Wasser im Wandel der Zeit. Dabei gelingt es Winterberg [...] zu gesamtgesellschaftlich gültigen Beobachtungen und Ergebnissen zu gelangen.
Anna M. Ruile in: Augsburger Volkskundliche Nachrichten, 14. Jg. Heft 1.2008.

Bilanzierend lässt sich feststellen, dass Lars Winterbergs Studie einen anregenden und interessanten Beitrag für das Feld der kulturwissenschaftlichen Nahrungsforschung liefert und dem wissensdurstigen Leser historische und gegenwärtige Trinkkultur [...] zugänglich macht. Besondere Erwähnung verdient auch die Vielfalt der Quellen, die Winterberg für seine Arbeit erschlossen sowie ausführlich und kritisch diskutiert hat.
Linda Ehm in:TVV-Mitteilungen. Folge 16. H.1. 2008.

Dem Wasser wurde – so der Autor – in bisherigen Untersuchungen zur Trinkkultur nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt [...]. Hier soll die Studie eine bestehende Forschungslücke füllen, und man kann sagen, das Buch erfüllt die Ansprüche, die es erreichen wollte.
Petra Serly in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde. 2008.