Fremde im Land

Beatrice Vierneisel (Hrsg.)

Fremde im Land

Aspekte zur kulturellen Integration von Umsiedlern in Mecklenburg und Vorpommern 1945 bis 1953

2006,  Rostocker Beiträge zur Volkskunde und Kulturgeschichte,  Band 4,  226  Seiten,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-6762-0

zurück zur Übersicht

In Mecklenburg-Vorpommern bildeten die Flüchtlinge und Vertriebenen nach 1945 in vielen Orten die Mehrheit unter der ansässigen Bevölkerung; unter ihnen überwogen die Frauen und Kinder. Ihre soziale und wirtschaftliche Eingliederung war über Jahre ungewöhnlich schwierig. Hier nun wird die Frage gestellt nach der kulturellen Integration der "Fremden" in eine Gesellschaft, in der die niederdeutsche Volkskultur eine lebendige Tradition bildete. Mit dieser "plattdeutschen" Sprache und Kultur waren auch die Pommern, die Ost- und Westpreußen vertraut, die sich in großer Zahl im Land niederließen. Diese Volkskultur konnte sich in der sozialistischen Kulturpolitik langfristig behaupten.

Die Aufsatzsammlung untersucht den Selbstbehauptungswillen der Zugezogenen, die Kirche als Träger religiös-kultureller Werte, Kunst, darunter vor allem Musik als eine der sinnvollsten Möglichkeiten emotionalen Ausdrucks in einer bedrückenden Zeit, die erhaltenswerten Traditionen des Niederdeutschen und die, die sie weiter bewahrten.

Im Westen Deutschlands konnten die Flüchtlinge und Vertriebenen ihre Kulturtraditionen in eigenständigen Vereinen erhalten, in der sowjetischen Zone begann die Kulturpolitik bereits 1946, ihr Konzept "Kunst dem Volke" zu verwirklichen. In der Folge wurden alle kulturellen Tätigkeiten an den Ort der Arbeit gebunden: an Industrie und landwirtschaftliche Betriebe, an Universitäten, Schulen und Verwaltungen. Hier trafen sich alle Gesellschaftsschichten zum gemeinsamen kulturellen Handeln.

Pressestimmen

[...] durchweg gut und interessant bebilderter Band [...]
Elisabeth Fendl in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2008.

[...] der Band [bietet] reichlich Anregungen das für die Entwicklung der deutschen Nachkriegsgesellschaft so grundsätzliche Thema weiter zu verfolgen.
Detlev Brunner in: Das Deutschland Archiv, 3.2008.