Science oder Fiction? Geschlechterrollen in archäologischen Lebensbildern

Jana Esther FriesUlrike RambuscheckGisela Schulte-Dornberg (Hrsg.)

Science oder Fiction? Geschlechterrollen in archäologischen Lebensbildern

Bericht der 2. Sitzung der AG Geschlechterforschung während des 5. Deutschen Archäologen-Kongresses in Frankfurt (Oder) 2005

2009,  Frauen – Forschung – Archäologie,  Band 7,  236  Seiten,  E-Book (PDF),  15,90 €,  ISBN 978-3-8309-6749-1

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Nur kleine Ausschnitte des vorgeschichtlichen Lebens lassen sich archäologisch erforschen. Deshalb sind für Bilder vorgeschichtlicher Menschen und ihres Lebens immer Ergänzungen und Mutmaßungen notwendig. Sie sind stets subjektiv und gehen auf mehr oder weniger bewusste Vorannahmen über das Leben in der Vorgeschichte zurück. Sie prägen so, mehr als dies den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bewusst ist, die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bilder. So wird aus Science schnell Fiction. Gerade die Vorstellungen über die Geschlechterrollen sind auch im 21. Jahrhundert immer noch im Bürgertum des 19. Jahrhunderts verhaftet.

Das Buch spannt den Bogen der vorgestellten Lebensbilder, ob Bild oder Text, von wissenschaftlichen Publikationen über Darstellungen in Museen und Schulbüchern bis zu populären Medien wie historischen Romanen und Kinofilmen. Ein einleitender Beitrag geht der Frage nach, wie sich im Lauf der Jahrhunderte innerhalb der abendländischen Philosophie das Konzept von Geschlecht verändert hat. Die behandelten Lebensbilder zeigen Alltagsszenen von der Altsteinzeit bis in die Römerzeit. Mit dem "Lebensbild einer Archäologin" endet der zeitliche Bogen im 20. Jahrhundert.

"Science oder Fiction? Geschlechterrollen in archäologischen Lebensbildern" ist die Publikation der Vorträge, die auf der 2. Sitzung der AG Geschlechterforschung während des 5. Deutschen Archäologen-Kongresses in Frankfurt (Oder) 2005 unter dem Titel "Lebensbilder - Phantombilder" gehalten worden sind, einschließlich zweier zusätzlicher Beiträge.

Mit Beiträgen von Katja Allinger, Corinna Endlich, Silke Gyadu, Uta Halle, Marion Kanczok, Jutta Leskovar, Almut Mainka-Mehling, Matthias Recke, Gisela Schulte-Dornberg, Miriam Sénécheau.

Pressestimmen

Die Artikel sind sorgfältig recherchiert, interessant und informativ und zeichnen sich durch eine klare und verständliche Sprache aus. Das Buch ist äußerst lesenswert und gewinnt durch seine sinnvolle Gliederung und den vielseitigen Umgang mit der Thematik. Die unterschiedlichen Inhalte und methodischen Herangehensweisen eröffnen aufschlussreiche Perspektiven und regen zum Nachdenken an. Dadurch ist der Band sehr gut geeignet, auch eine fachfremde Leserschaft in diese aktuelle Thematik einzuführen, und ist allen an Genderfragen interessierten Personen zu empfehlen.
Friedrike Schneider in: http://www.querelles-net.de. vom 11.03.2008.

Die im Buch deutlich von feministischer Seite inspirierte Kritik hat inzwischen in hohem Maße in den Mainstream archäologischer Theorie Einzug gehalten. Dennoch ist es anregend, gängige Genderinterpretationen und -darstellungen gegen den Strich gebürstet zu sehen, und das Buch bietet eine gute Gelegenheit, die eigenen Ansichten und Seh- und Denkgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren.
Nils Müller-Scheeßel in: Rundbrief der AG Theorie. 6/2/2007.

Die Vielfalt der Lebensbilder, wie sie in diesem Band schön präsentiert wird, verlangt nach einem interdisziplinären Foschungsansatz, wie er hier in Ansätzen zu finden ist. ArchäologInnen, HistorikerInnen, MedientheoretikerInnen, KunsthistorikerInnen, NaturwissenschaftlerInnen, PhilosophInnen, SoziologInnen - sie alle und andere könnten zu dem Thema viel beitragen, auch für genderspezifische Fragen.
Konstanze Weltersbach in: Rosa. Nr. 35. September 2007