Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung in Russland zwischen Staat und Markt

Sonja Steier (Hrsg.)

Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung in Russland zwischen Staat und Markt

2005,  Studien zum Bildungswesen mittel- und osteuropäischer Staaten,  Band 2,  146  Seiten,  E-Book (PDF),  14,90 €,  ISBN 978-3-8309-6603-6

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Die international geführte Debatte um neue Finanzierungsstrategien im Bildungssektor erlebt schon seit langem ein gesteigertes Forschungsinteresse, das sich insbesondere mit der defizitären staatlichen Alimentierung von Bildung in den letzten Jahren verstärkt hat. Doch nicht nur auf der Ebene der Diskurse erfreuen sich bildungsökonomische Fragestellungen einer besonderen Aufmerksamkeit, inzwischen haben auch unterschiedliche marktorientierte Reformansätze, die auf neuen Finanzierungsmodellen basieren, in einige nationale Bildungssysteme Einzug gehalten. Mit der Einführung neuer Steuerungs- und Finanzierungsmechanismen im Bildungssektor wird u.a. auch eine Steigerung der Effizienz von Bildungssystemen angestrebt. Das gilt auch für die Russische Föderation, die wie die anderen mittel- und osteuropäischen Transformationsstaaten seit 1991 von diesen Entwicklungen nachhaltig betroffen ist.

Dieses Buch widmet sich dem Thema Bildungsfinanzierung in Russland, das in der internationalen vergleichenden Bildungsforschung bislang einen "weißen Fleck" bildet. Es fokussiert im Rahmen allgemeiner Bildungsreformpolitik Ansätze nachfrageorientierter Steuerungs- und Finanzierungsmodelle im russischen Schul- und Hochschulbereich. Die beiden renommierten Autorinnen Gerlind Schmidt und Christine Teichmann machen in den Analysen deutlich, wie komplex und langwierig die Umstellungsprozesse von zentralstaatlichen auf liberal-marktwirtschaftliche Regelungskonzepte im russischen Bildungswesen verlaufen. Das Buch gibt damit nicht nur einen spannenden Einblick in neue, wenig erprobte Lösungsmuster der russischen Bildungsfinanzierung, sondern vermittelt auch ein Stück jüngster postsowjetischer Bildungsgeschichte.

mit Beiträgen von Gerlind Schmidt, Sonja Steier und Christine Teichmann

Pressestimmen

Sonja Steier (Bochum), Gerlind Schmidt (Frankfurt) und Christine Teichmann (Halle-Wittenberg) ist es gelungen, mit dem vorliegenden Buch einen nicht nur in der deutschen, sondern auch in der internationalen Bildungsforschung vorhandenen "weißen Fleck" zu füllen.
Uwe Baumann in: Osteuropa. 4/2007.

Drei ausgewiesene Expertinnen für die russische Bildungspolitik analysieren in diesem Band anhand des Bildungswesens die Probleme staatlicher Institutionen im Transformationsprozess. [...] Insgesamt ist den Autorinnen eine überzeugende Einordnung der russischen Reformpolitik in die internationale Debatte um Marktfähigkeit, Standardisierung und Deregulierung von nationalen Bildungssystemen gelungen, die auch die Diskussion in Deutschalnd bereichern kann.
Aus: Zeitschrift für Politikwissenschaft. H. 1/2007.