Manuela BoatcaClaudia NeudeckerStefan Rinke (Hrsg.)

Des Fremden Freund, des Fremden Feind:

Fremdverstehen in interdisziplinärer Perspektive

2006,  162  Seiten,  broschiert,  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-1602-4

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Als Thema intellektueller oder öffentlicher Auseinandersetzungen ist Fremdheit zum Allgemeingut geworden. Ihre derzeitige Hochkonjunktur verdankt sich der stark polarisierenden Wirkung, die sich in Debatten über Fremdheit als Bedrohung (Ausländerkriminalität, Terrorismus) oder aber als Bereicherung (Multikulturalismus, Internationalisierung) entfaltet.

In diesem Band regen Beiträge aus sieben Disziplinen, verbunden in der Anstrengung, das Andere offen anzunehmen und Differenzen im Dialog zu überwinden, die Erkenntnis an, dass das Fremde und das Eigene nicht gänzlich voneinander abtrennbare Kategorien sind, sondern sogar im Selbst verbunden. Sie können somit Facetten ein und derselben Person oder ein und derselben gesellschaftlichen Phänomene sein. Diese trans- und interdisziplinären Denkansätze schaffen eine Grundlage für eine reflektiertere reziproke Wahrnehmung von Fremd und Eigen, von "Freund" und "Feind", und bahnen den Weg zu der Erfahrung, dass vor der postulierten Normalität des Fremden die Anerkennung des Eigenbeitrags zu dem ursprünglichen Verfremdungsprozess steht.

Mit Beiträgen von Alfred Bammesberger, Manuela Boatca, Bodo von Borries, Elzbieta Chromiec, Richard Nate, Claudia Neudecker, Hanna Schissler, Christine Strobl, Angela Treiber, Werner Wittling.

Pressestimmen

Ein ausführlicher Aufsatz der beiden Herausgeberinnen rundet die Sammlung theoretisch fundiert und auch politisch pointiert ab [...] Die Herausgeberinnen [...] bieten in ihrem ausführlichen und inspirierenden Beitrag viel mehr als nur eine Zusammenfassung der Beiträge des Workshops. Der vorangestellte Artikel füllt sozusagen die am Ende der Lektüre aller Beiträge gefühlte Leerstelle – zumindest so weit, dass jenseits des "multi" ein "inter" denkbar wird.
Brunner Claudia auf: qualitative-research.net