Susanne Ude-Koeller

Auf gebahnten Wegen

Zum Naturdiskurs am Beispiel des Harzklubs e.V.

2003,  Internationale Hochschulschriften,  Band 421,  324  Seiten,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-6316-5

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Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Deutschland zahlreiche Heimat-, Wander- und Naturschutzvereine gegründet. Sie formten durch ihre vielfältigen Erschließungsarbeiten das äußere Bild der Landschaft in "ihrer" Region und bestimmten maßgeblich die Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster von Natur. Susanne Ude-Koeller arbeitet am Beispiel des Harzklubs Naturleitbilder des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts heraus und untersucht ihre jeweiligen historischen, politischen und kulturellen Hintergründe. Es wird dabei deutlich, daß Natur zu touristischen Zwecken vermessen und markiert, aus politischen Gründen nationalisiert und als Symbol des unteilbaren Harzes überhöht und folkloristisch genutzt wurde. Dagegen scheint der "Verzicht" auf Natur zugunsten einer neuen "Wildnis", wie sie von Akteuren des modernen Naturschutzes gefordert wird, für den Verein derzeit kaum vorstellbar.

Autoreninfo

Susanne Ude-Koeller studierte Volkskunde, Germanistik und Pädagogik in Göttingen. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Göttinger Seminar für Volkskunde, jetzt Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie tätig und arbeitete weiterhin im Ausstellungs- und Museumsbereich. 2002 promovierte sie mit dieser Arbeit an der Göttinger Georg-August-Universität. Seit 2003 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der medizinischen Fakultät der Universität Göttingen.

Pressestimmen

Allen, die sich mit der Funktionalisierung und Ideologisierung von Natur auseinandersetzen, möchte ich diese Arbeit deshalb wärmstens empfehlen. Gleichzeitig lege ich diese Dissertation aber auch denjenigen ans Herz, die sich der Diskursanalyse auf der Grundlage von Schriftquellen zuwenden wollen.
Christiane Cantauw in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 50/2005, S. 269ff.

"Gebahnte Wege": dieser mit Bedacht gewählte Titel ist Programm nicht nur für den Harzclub, sondern für ein allgemeines Verständnis von begehbarer und gemachter "Natur", die das Unberührte nicht unberührt sein lässt, weil es eben nicht unberührt gelassen werden kann. In diesem Sinne - und nicht nur in diesem - ist die Arbeit von Susanne Ude-Koeller ein schönes Stück nachdenkenswerter volkskundlicher Forschung.
Bernd Wedemeyer-Kolwe in: Zeitschrift für Volkskunde, 101. Jg., Heft 1/2005, S. 160f.

Die detailreiche, sorgfältig gestaltete Studie ergänzt und illustriert trefflich die vor allem 2003 in "Natur und Landschaft" geführte Diskussion um die Wiederbelebung des Heimatgedankens und eine Stärkung kultureller Naturschutzbegründungen.
Knut Haarmann in: Natur und Landschaft. 80. Jg. H. 4/2005. S. 184.

Frau Susanne Ude-Koeller [...] hat für ihre Promotion die historischen politischen und kulturellen Hintergründe und den Naturschutzzweck eines traditonellen Wandervereins kritisch analysiert. Aus dieser mehrere Jahre dauernden Recherche ist eine Publikation entstanden, die in ihrer Aussagekraft ihresgleichen suchen muss.
Wolfram Richter in: Unser Harz 6/2004. S. 117f.