Ursula Reitemeyer

Ist Bildung lehrbar?

Mit Beiträgen von Oliver Geister, Jens Hülsmann, Gregor Raddatz, Judith Sieverding und Peter Werner

2003,  Ethik im Unterricht,  Band 5,  236  Seiten,  broschiert,  25,50 €,  ISBN 978-3-8309-1282-8

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Diese Studie geht der Frage nach, ob Bildung im klassischen Sinn überhaupt noch an die nachfolgende Generation vermittelt werden kann angesichts der Dominanz instrumenteller Vernunft gegenüber moralisch praktischer Prinzipen. Klassische Bildung ist nirgendwo so sehr zum Problem geworden wie in Deutschland nach 1945. Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet das "Land der Dichter und Denker" moralisch kollabierte, so dass kein Dichter und Denker mehr übrig blieb, den Kollaps zu diagnostizieren? Bis in die gegenwärtige Pisastudie hallt diese Frage nach, denn wieder wird gefragt, warum im "Land der Dichter und Denker" die Kinder verlernt haben zu lernen. Ob empirische Untersuchungen hilfreich sein können, die "Bildungskrise" wenigstens zu analysieren, wird diese Studie an Hand eines exemplarischen Fragebogens zu klären versuchen, der von Schülern, Lehrern und Studierenden parallel bearbeitet wurde.

Autoreninfo

Ursula Reitemeyer (geb. 1955) lehrt Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildungsphilosophie und arbeitet am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie leitet die Arbeitsstelle Internationale Feuerbachforschung und ist Herausgeberin der Reihe Ethik im Unterricht.

Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der klassischen und modernen Bildungstheorie, der Aufklärungsphilosophie und des Junghegelianismus. Wichtigste Veröffentlichungen: ‚Philosophie der Leiblichkeit‘ (1988) und ‚Perfektibilität gegen Perfektion - Rousseaus Theorie gesellschaftlicher Praxis‘ (1996).

Pressestimmen

Der empirische Teil [der Studie] geht auf ein interessantes Seminarprojekt zurück, bei dem verschiedene Generationen, Studierende und Berufstätige miteinander ins Gespräch gekommen sind und in einem zweiten Schritt auch SchülerInnen zu ihren Unterrichtserfahrungen befragt wurden. Die Befragungsergebnisse bieten eine Menge Material zur Einschätzung von Unterrichtsmethoden, zum Bildungsverständnis der verschiedenen Gruppen und zu Perspektiven der Veränderung von Schulunterricht. [...] Die Studie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Probleme der Wertevermittlung im Schulunterricht und stößt damit ein in der aktuellen Debatte um Schulreformen eher vernachlässigtes Nachdenken an.
Astrid Messerschmidt in: Erziehungswissenschaftliche Revue, 3. 2004.