Gudrun Schwibbe

Wahrgenommen

Die sinnliche Erfahrung der Stadt

2002,  Internationale Hochschulschriften,  Band 402,  328  Seiten,  E-Book (PDF),  zahlr. Abb.,  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-6231-1

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Die Art und Weise, in der Menschen ihre Lebenswelt wahrnehmen, ist in hohem Maße kulturell bestimmt: Gesellschaftliche Übereinkünfte legen fest, welcher Stellenwert den Sinneseindrücken bei der Erfassung und Erklärung der Wirklichkeit zukommt. Die kulturelle Verankerung von Wahrnehmung hat zur Folge, dass sich im historischen Verlauf nicht nur die Wahrnehmungsobjekte verändern, sondern auch die Formen des Wahrnehmens selbst.

Am Beispiel der Stadt - konkret der Universitätsstadt Göttingen im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert - rekonstruiert diese Studie, wie Menschen ihre Lebenswelt sinnlich erfahren haben, und macht deutlich, wie diese historischen Wahrnehmungen in die bestimmenden Diskurse ihrer Zeit eingebunden waren.

Autoreninfo

Gudrun Schwibbe ist apl. Professorin am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Erzählforschung, Mentalitätsgeschichte, Gesellschaftsanalyse und der Untersuchung von politischen Kulturen.

Pressestimmen

Insgesamt bietet die vorliegende Arbeit mit der Vielfalt der untersuchten Wahrnehmungsfelder und Eindrücke einen innovativen Ansatz zur Stadtgeschichte Göttingens im 18. und 19. Jahrhundert, die hier einmal anders - vor dem Hintergrund der wahrnehmungsleitenden innerstädtischen Veränderungen und zeitgenössischen Diskurse - betrachtet wird.
Claudia Kauertz in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 77, 2005, S. 471f.

Eingangs habe ich bereits auf den großen Facettenreichtum der Thematik hingewiesen, die Mentalitätsgeschichte, visuelle Anthropologie, Tourismusforschung, Kleiderforschung, Technikgeschichte, Medizingeschichte und viele weitere Bereiche unseres Faches berührt. Gerade dieser Umstand hat bei mir so große Begeisterung ausgelöst, dass ich diese Habilitationsschrift jeder/m VolkskundlerIn/Europäische EthnologIn/KulturwissenschaftlerIn nur wärmstens ans Herz legen kann. Gudrun Schwibbe hat das Wagnis unternommen, die vorhandenen und überwiegend bekannten Quellen gegen den Strich zu bürsten, Ein Wagnis deshalb, weil dies einen ungeheuren Kenntnisstand voraussetzt, der - und das ist ein weiterer Pluspunkt der Arbeit - nicht in "epischer" Breite, sondern pointiert, genügend detailreich und vor allem gut verständlich präsentiert wird.
Christiane Cantauw in: Zeitschrift für Volkskunde. 100. Jg. Bd. I/2004. S. 255ff.

Gudrun Schwibbe dringt mit der hier anzuzeigenden Studie, [...] tief in ein Forschungsfeld ein, welches man letztlich gar nicht bearbeiten kann, ohne über eine zusätzliche psychologische Ausbilung zu verfügen. Und in der Tat sind diese Voraussetzuungen bei der Autorin gegeben, was sie, anders gesagt, geradezu prädestiniert für die Aufgabe, sich mit Wahrnehmungsweisen der Stadt und des dort stattfindenden Lebens fundiert auseinander zu setzen.
Burkhart Lauterbach in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. Band XLVIII/2003. S. 323f.