Tüten, Beutel, Tragetaschen

Heinz Schmidt-Bachem

Tüten, Beutel, Tragetaschen

Zur Geschichte der Papier, Pappe und Folien verarbeitenden Industrie in Deutschland

2001,  284  Seiten,  broschiert,  zahlr. Abb.,  25,50 €,  ISBN 978-3-8309-1037-4

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Wohl kaum jemand wird die ganz gewöhnlichen Alltagsdinge Tüten, Beutel, Tragetaschen als Stichwortgeber für eine historische Abhandlung erwarten. Und kaum jemand wird diese Alltagsdinge spontan zur Wirtschafts-, Sozial-, Industrie-, Politik-, Konsum-, Kultur- oder gar Literatur- und Kunstgeschichte in Beziehung setzen. Aus der Tütenfabrikation, 1853 in Deutschland begründet, ging in enger Verbindung zur gewerblichen Drucktechnik die Papierwaren/-Kartonagen-Industrie hervor. Daraus entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie mit einer umfangreichen und vielfältigen Produktpalette.

Die Urformen der Tüten und Beutel lassen sich bereits in den frühen erdgeschichtlichen Entwicklungsphasen der Tier- und Pflanzenwelt finden. Von Menschenhand gedrehte Tüten aus Pflanzenblättern sind so alt wie die Menschheit selbst. Tüten und Beutel erreichen ihre volle Bedeutung im System der Konsum-, Wohlstands-, Überfluss- und schließlich der Wegwerf-Gesellschaft des 20./21. Jahrhunderts. Über die chronologische Darstellung der Tüten-, Beutel- und Tragetaschenentwicklung wird der Wandel nachgezeichnet vom zentralen Problem der menschlichen Versorgung zum ebenso zentralen Problem der Müll- und Abfallentsorgung im Zeitalter der Plastiktüten und des Grünen Punktes.

Pressestimmen

Das Buch ist in 13 übersichtliche Kapitel geteilt, die sich jeweils mit einer einzelnen Epoche näher beschäftigen. Zahlreiche Abbildungen geben einen Eindruck von den Bedingungen, unter denen früher Tragetaschen und Beutel hergestellt wurden, zeigen historische Beispiele früher Beutelformen oder auch frühe Maschinentypen. [...] Auch die zentralen Probleme der menschlichen Versorgung (Papier- und Hygienemangel im 19. Jh.) und der Müll- und Abfallentsorgung im Zeitalter der Kunststofftüten kommen nicht zu kurz.
Aus: Verpackungsrundschau, 4. 2002.

"Die Studie beeindruckt durch ihre Substanz und Detailgenauigkeit, die [...] Einblick in zahlreiche, noch zu erkundende Nischen und Falten erlaubt. [...] Heinz Schmidt-Bachem kann als profunder Kenner dieses weit gefassten Themenbereiches bezeichnet werden."
Katja Mutschelknaus in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 2002.

Lesenswert, in vielen Belangen auch aufschlussreich und oft unterhaltsam
Aus: sph Kontakte, 75. 2002.

Seine [Heinz Schmidt-Bachems] Untersuchung macht in nachdrücklicher Weise wichtige Elemente der Technik-, Wirtschafts-und Kulturgschichte der sich entwickelnden industriellen Konsumgesellschaft deutlich. [...] Für die Papiergeschichte hat Heinz Schmidt-Bachem einen großen weißen Fleck ihrer Wissenslandkarte gefüllt und wichtige Bahnen durch ein dichtes Quellengestrüpp gezogen.
Aus: Zeitschrift der Internationalen Arbeitgemeinschaft der Papierhistoriker, 12. 2002.

Die anfängliche Idee, die " Wegwerfprodukte schlechthin" als Zeitdokumente aufzuheben, avancierte schnell zur Lebensaufgabe des gelernten Buchhändlers und späteren Blindenlehrers. Mit der Erkenntnis, dass es nahezu keine Literatur über Tüten gab, wuchs sein Ehrgeiz noch. Anhand der Pfennigartikel verschaffte er sich Zugang zu einem Stück deutscher Industrie-, Sozial- und Designgeschichte. Er studierte nebenher und schrieb bis 2000 an einer Dissertation zur "Tüte und der Papier verarbeitenden Industrie". Ein Jahr später veröffentlichte er das Buch "Tüten, Beutel, Tragetaschen" - damit schuf er erstmals eine wissenschaftliche Grundlage zum Thema.
Aus: Hannoversche Allgemeine vom 15. Februar 2003.

Heinz Schmidt-Bachem hat eine sehr gut recherchierte Arbeit über ein nahezu unbekanntes Alltagsprodukt vorgelegt. Seine Studie beeindruckt durch eine akribische Detailgenauigkeit und bietet neue Erkenntnisse in Nischen der Wirtschafts-, Technik- und Kulturgeschichte. 29 Abbildungen sorgen für ein gutes Verständnis der im Text vorgestellten Tüten- und Maschinentypen.
Dominik Zier in: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, 1. 2004.

In 13 übersichtlichen Kapiteln führt Heinz Schmidt-Bachem die Leser chronologisch durch die Entwicklungsgeschichte der Tüten, Beutel und Tragetaschen. Jedes einzelne Kapitel beschäftigt sich eingehend mit einer Epoche und stellt entsprechende Besonderheiten heraus, so dass am Ende ein komplexes Bild über den Wandel innerhalb unserer Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte entsteht. [...] So stellt das Buch eine umfassende kulturhistorische Dokumentation dar, die wichtige Hintergrundinformationen liefert.
Ruth Malaka in: Textil & Unterricht, 6. 2004.

Diese [...] Dissertation [...] kann beanspruchen, ein kaum behandeltes Thema erstmals systematisch untersucht zu haben.
Hans Jürgen Teuteberg in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 1. 2005.