Ein Dorf und sein Laden

Ira Spieker

Ein Dorf und sein Laden

Warenangebot, Konsumgewohnheiten und soziale Beziehungen um die Jahrhundertwende

2000,  Internationale Hochschulschriften,  Band 356,  368  Seiten,  E-Book (PDF),  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-6005-8

zurück zur Übersicht

Dorfläden spielten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine zentrale Rolle in der ländlichen Gesellschaft. Der Dorfladen diente nicht nur als Verteilerstelle, sondern auch als Kreditinstitut, Dienstleistungsunternehmen und Kommunikationszentrum des Ortes.

Am Beispiel eines westfälischen Dorfes zeigt diese Mikrostudie die Vielfalt der Warenwelt sowie die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung um 1900 und widerlegt damit den Mythos von der ländlichen Selbstversorgung.

Das Verhältnis der Kunden zu der Inhaberfamilie war bestimmt von den vielfältigen gegenseitigen wirtschaftlichen Verflechtungen und Verbindlichkeiten, die auch das Zusammenleben im Dorf prägten. Die Analyse dieser Beziehungsnetze gewährt tiefe Einblicke in alltägliche Lebenswelten der ländlichen Bevölkerung zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg.

Autoreninfo

Ira Spieker studierte Volkskunde, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Göttingen. Nach dem Magisterexamen absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat am Westfälischen Freilichtmuseum Detmold - Landesmuseum für Volkskunde. Seit 1992 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Volkskunde in Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Regional- und Gemeindeforschung, Historische Alltagskultur und Geschlechterforschung.

Pressestimmen

Wie lohnend gerade die Konzentration auf vergleichsweise "unspektakuläre", kleine Familienbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte sein kann, demonstriert die exzellente, sozial- und konsumgeschichtlich ausgerichtete Studie von Ira Spieker. [...] So entstand eine ausgesprochen dichte Beschreibung der Arbeit und des Lebens im, vom und für den Laden. Die Längsschnittstudie ist daher als Anregung für weitere Forschungsprojekte zur Geschichte kleinerer Betriebe und Geschäfte, wie etwa Gastwirtschaften, Metzgereien, Drogerien, Mühlen, Tischlereien, Kinos oder Buchhandlungen, sehr empfehlenswert.
Aus: Arbeit in der Geschichte. Unterrichtsideen III. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten (Hrsg.). Edition Körber-Stiftung, S. 115.

Die Göttinger Dissertation ist zweifelsohne ein gewichtiges Werk, liegt sie doch im Schnittpunkt mehrerer Forschungsperspektiven, deren heutistisches Potential sich auch hier bestätigt.
Aus: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. 47, 2002. S. 371ff.

"Ira Spieker kann ihren Anspruch voll und ganz erfüllen, den Attelner Laden stellvertretend für all die im Untersuchungszeitraum boomhaft sich auf dem Lande verbreitenden Einzelhandelsgeschäfte [...] als einen 'Kristallisationapunkt im dörflichen Sozialgefüge' (330) herauszustreichen."
Aus: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2002, S. 151; Gertraud Zull

Die Volkskundlerin Ira Spieker hat im Auftrage des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold den 1989 erworbenen Nachlass des Dorfladen Samson aus Atteln [...] bearbeitet. Dabei ist eine vielschichtige Darstellung dörflichen Lebens im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. [...] Das angeschlossene Quellen- und Literaturverzeichnis bringt auch dem Familienforscher wertvolle Hinweise für die eigene Arbeit. Die Arbeit ist nicht nur eine ausgezeichnete örtliche Quelle, sondern bringt dem Leser viele Aspekte des dörflichen Lebens näher.
Josef Häming in: Beiträge zur Westfälischen Familienforschung. Bd. 59/2001. S. 268f.

Historisch en volkskundig gezien is dergelijk ondernemen bijzonder waardevol en mag de studie van Spieker als voorbeeld gesteld worden.
Aus: Volkskunde 102 (2001) 3.

Die Göttinger Dissertation ist zweifelsohne ein gewichtiges Werk, liegt sie doch im Schnittpunkt mehrerer Forschungsperspektiven, deren heutistisches Potential sich auch hier bestätigt.
Aus: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. 47, 2002. S. 371ff.

"Ira Spieker kann ihren Anspruch voll und ganz erfüllen, den Attelner Laden stellvertretend für all die im Untersuchungszeitraum boomhaft sich auf dem Lande verbreitenden Einzelhandelsgeschäfte [...] als einen 'Kristallisationspunkt im dörflichen Sozialgefüge' (330) herauszustreichen."
Aus: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2002, S. 151; Gertraud Zull

Die Volkskundlerin Ira Spieker hat im Auftrage des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold den 1989 erworbenen Nachlass des Dorfladen Samson aus Atteln [...] bearbeitet. Dabei ist eine vielschichtige Darstellung dörflichen Lebens im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. [...] Das angeschlossene Quellen- und Literaturverzeichnis bringt auch dem Familienforscher wertvolle Hinweise für die eigene Arbeit. Die Arbeit ist nicht nur eine ausgezeichnete örtliche Quelle, sondern bringt dem Leser viele Aspekte des dörflichen Lebens näher.
Josef Häming in: Beiträge zur Westfälischen Familienforschung. Bd. 59/2001. S. 268f.

Historisch en volkskundig gezien is dergelijk ondernemen bijzonder waardevol en mag de studie van Spieker als voorbeeld gesteld worden.
Aus: Volkskunde 102 (2001) 3.