Zeitgeschichte europäischer Bildung 1970-2000

Klaus SchleicherPeter J. Weber (Hrsg.)

Zeitgeschichte europäischer Bildung 1970-2000

Band I: Europäische Bildungsdynamik und Trends

2000,  Umwelt – Bildung – Forschung,  Band 4,  518  Seiten,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-5824-6

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Unter Mitarbeit von Beatrix Palt



Die Europäische Gemeinschaft ist von 6 auf 15 Mitglieder erweitert worden und sie wird demnächst neue Mitglieder aufnehmen. Die meisten Länder beteiligen sich auch am Schengener Abkommen, einheitlichen Markt und bereiten die Einführung des Euro vor. Doch sind die politischen Strukturen und der innere Zusammenhalt in der Europäischen Union nicht mitgewachsen. Die begrenzte Politikfähigkeit der Gemeinschaft zeigte sich z.B. anläßlich der Auseinandersetzungen auf dem Balkan und ihr gravierendes Demokratie- und Bildungsdefizit sowohl bei der Neubesetzung der Kommission als auch bei der Wahl zum Europäischen Parlament.

In welchem politisch-rechtlichen, sozio-ökonomischen und kulturell-öffentlichen Entwicklungsprozeß sich die Europäische Union derzeit befindet, wird hier anhand einer "Zeitgeschichte europäischer Bildungsreformen 1970-2000" auf zweierlei Weise diskutiert: Zum einen werden europäische Bildungskontexte, Bildungseinflüsse und transnationale Trends im Hinblick auf anstehende Zukunftsentscheidungen analysiert (Bd. I: Europäische Bildungsdynamik und Trends). Zum anderen werden übergreifende Tendenzen und nationale Akzente von Bildungsreformen in verschiedenen Ländern verglichen (Bd. II: Nationale Entwicklungsprofile). Eine komplementäre Nutzung der Bände könnte sowohl zur bildungspolitischen Klärung neu entstehender Gestaltungs-, Strukturierungs- und Verantwortungsräume beitragen als auch verschiedenen Kooperationspartnern Anregungen bieten für einen Erfahrungsaustausch und eine praktische Zusammenarbeit.

Viel wird künftig davon abhängen, ob der Zusammenhalt der Gemeinschaft angesichts der Ausweitung gefestigt und ob eine europäische Identitätsfindung trotz gewisser Renationalisierungstendenzen möglich wird. Dem Bildungssektor kann in diesem Prozeß erhebliche Bedeutung zukommen, wenn die unterschiedlichen Vorverständnisse reflektiert, gemeinsame Werteinstellungen und Traditionen aktiviert und neue Konsensfähigkeiten entwickelt werden. Der zweibändige Reader erschließt ein breites Hintergrundwissen über europäische Bildungskontexte und -entwicklungen, sei es zu kritischen Evaluation nationaler Bildungsreformen oder zum besseren Verständnis von Bildungsvoraussetzungen bei möglichen Kooperationspartnern.

Pressestimmen

Policy-maker, Lehrende in Bildungseinrichtungen und Studierende finden in den beiden vorgelegten Bänden eine hervorragende grundlegende und differenzierte Überblicksorientierung über die gegenwärtigen Herausforderungen und absehbaren Anforderungen an europäische Bildung. Besonders gelungen ist dabei die Verbindung der Darstellung und Analyse genereller Entwicklungstendenzen in europäischen Bildungssystemen mit der Darstellung und Diskussion nationaler Entwicklungsprofile. Für europäische Kooperationsprojekte im Bildungswesen, die sich ihrer bildungspolitischen Kontexte vergewissern wollen, sind die beiden Bände nachdrücklich zu empfehlen.
Aus: Gemeinsames Amtsblatt der Ministerien für Bildung, Frauen und Jugend und für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland-Pfalz. Nr. 6/2001.

Komplementär genutzt, bieten die beiden Bände sowohl Lehrenden wie Studierenden als auch der Bildungsverwaltung und -politik wertvolles Hintergrundwissen zur Diskussion um die Entwicklung nationaler und transnationaler Bildungspolitik im neuen Jahrtausend.
(Aus: DAAD euroletter. Nr. 17)