Bildung und nationale Identität aus russischer und rußlanddeutscher Perspektive

Gerlind SchmidtMarianne Krüger-Potratz (Hrsg.)

Bildung und nationale Identität aus russischer und rußlanddeutscher Perspektive

Analysen und Dokumente

1999,  Studien zum Bildungswesen mittel- und osteuropäischer Staaten,  Band 3,  200  Seiten,  E-Book (PDF),  19,50 €,  ISBN 978-3-8309-5715-7

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Ungelöste Fragen ethnisch-nationaler Identität und ihre Berücksichtigung im Bildungswesen haben im Prozeß des Zerfalls der Sowjetunion eine nicht unbeträchtliche Bedeutung gehabt. Bei der Entstehung der russischen Föderation als des größten der postsowjetischen Staaten mußten sie beim Aufbau der föderalen politischen Struktur neu geregelt werden – eine komplizierte Aufgabe angesichts der neu aufgebrochenen Nationalitätenkonflikte und zunehmender Migrationsströme mit (auch) ethnischem Hintergrund.

Im vorliegenden Band werden die bildungs- uns sprachpolitischen Folgen dieser Entwicklungen aus zwei Perspektiven beleuchtet: Im ersten Teil werden die Zielsetzungen und Maßnahmen, aber auch die Bedingungen und historisch-politischen Hypotheken der "nationalen" Bildung in der Russischen Föderation dargestellt und dokumentiert. Die drei zentralen Gesetze, die in deutscher Übersetzung beigefügt sind, bilden nicht nur den unabdingbaren Ausgangspunkt für das Verständnis der russischen Nationalitäten(bildungs)politik, sondern sind darüber hinaus auch international von großem Interesse. Im zweiten Teil stehen die Rußlanddeutschen als eine der nationalen Minderheiten im Mittelpunkt. An ihrem Beispiel werden die kultur- und bildungspolitischen Maßnahmen und Reaktionen vorgestellt und die Frage der "kulturellen Identität" erörtert.

Der Band ist so konzipiert, daß er über den Kreis der Spezialisten hinaus Mittler in der Politischen Bildung, in der Lehreraus- und -fortbildung, Personen aus dem Bereich der interkulturellen Bildung wie auch Experten, die an pädagogischen, kultur- und bildungspolitischen Kooperationsprojekten mit der russischen Föderation beteiligt sind, ansprechen möchte.

Pressestimmen

Der Band ist nicht nur für Lehrer an schulischen und außerschulischen Einrichtungen, die mit der sog. "Aussiedlerfrage" konfrontiert werden, von besonderem Interesse, sondern richtet sich ebenso an Partner von bilateralen Kooperationsprojekten mit der Russischen Föderation und an politischen und interkulturellen Bildungsangeboten Beteiligte. Für die internationale Diskussion der Experten aus den verschiedenen Fachdisziplinen zur Nationalitätenproblematik bietet der Band eine Reihe beachtenswerter Anregungen.
Aus: Tertium comparationis. Vol. 7, Nr. 1. 2001.

Da dieses Buch grundlegende Aspekte der aktuellen Nationalitäten- und Bildungspolitik der Rußländischen Föderation behandelt, die in ihren historischen Zusammenhängen beleuchtet und vor allem in sehr anregender Weise dargestellt werden, kann man es Fachleuten wie auch einer breiteren Leserschaft nur vorbehaltlos empfehlen.
(Rudolf A. Mark in: Osteuropa, Zeitschrift für Gegenwartsfragen des Ostens, Sonderdruck 2000, S. 236-237)