Wahrnehmung von Personen als Gruppenmitglieder

Mathias Blanz

Wahrnehmung von Personen als Gruppenmitglieder

Untersuchungen zur Salienz sozialer Kategorien

1998,  Texte zur Sozialpsychologie,  Band 4,  187  Seiten,  E-Book (PDF),  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-5692-1

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Häufig neigen wir dazu, unsere Mitmenschen nicht als Individuen, von denen jedes in seiner Art einzigartig ist, anzusehen, sondern sie vielmehr als Mitglieder bestimmter sozialer Gruppen zu betrachten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn wir Personen als 'Ausländer' oder 'Schwarze' kategorisieren. Wenn immer solche Kategorisierungen in den Vordergrund treten – also salient werden –, können Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung die Folge sein.

Dieses Buch befaßt sich mit der Frage, welche psychologischen Faktoren die Salienz sozialer Kategorien beeinflussen. Nach einer kritischen Analyse bisheriger Untersuchungen zu diesem Thema wird ein neues theoretisches Modell vorgestellt, das die Ergebnisse dieser Untersuchungen sinnvoll integriert. Das Modell stützt sich dabei auf die Theorien der sozialen Identität und der Selbstkategorisierung. Darüber hinaus werden 17 experimentelle Studien geschildert, die erste empirische Belege für das Modell liefern.

Pressestimmen

Blanz legt eine differenzierte, gut strukturierte Analyse vor, von außergewöhnlicher Sorgfalt und Stringenz der Argumentation. Die Arbeit kann die Forschung über Stereotype und Vorurteile befruchten, weil sie Situation und Person in eine aktive Beziehung setzt. Spannend wird damit die Diskussion der beiden Positionen "kognitiver Geizhals" vs. "funktionale Sicht". Das Modell baut zudem eine Brücke zwischen Sozialpsychologie und den empirisch schon seit vielen Jahren bewährten Konzepten der "situativen Ethnizität" in Ethnomethodologie und Ethnologie. Der Studie ist rege Rezeption zu wünschen.
Angela Kindervater in: Zeitschrift für Politische Psychologie. H. 3/4. 2002. S. 421ff.