Volkskundliche Fallstudien

Burkhart LauterbachChristoph Köck (Hrsg.)

Volkskundliche Fallstudien

Profile empirischer Kulturforschung heute

1998,  Münchner Beiträge zur Volkskunde,  Band 22,  220  Seiten,  E-Book (PDF),  16,90 €,  ISBN 978-3-8309-5626-6

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Was verbindet einen Straubinger Skandal um die Schwängerung eines Fräuleins anno 1718 mit Inuitmasken aus der Arktis, was haben der Papstbesuch in Augsburg 1782 und die deutsche Gartenstadtbewegung miteinander zu tun, worin liegt das Gemeinsame von rheinischen Gasthäusern des 19. Jahrhunderts und britischen Witzpostkarten?


Aus dem Inhalt

Burkhart Lauterbach, Christoph Köck: Vorwort

Beate Spiegel: Skandal in Straubing anno 1718. Gerüchte, Verdächtigungen und Beschuldigungen um die Schwängerung von Frauen

Daniel Drascek: Der Papstbesuch in Wien und Augsburg 1782. Zum Wandel spätbarocker Alltags- und Frömmigkeitskultur unter dem Einfluß süddeutscher Gegenaufklärer

Gunther Hirschfelder: "Nur allzuoft sind die Gasthäuser blosse Kerkerlöcher". Formen kommerzieller Gastlichkeit an der Schwelle zum Industriezeitalter

Andreas Hartmann: Das Amphibientheater. Kleine Volkskunde aus der Froschperspektive

Michael Simon: Weiblich - männlich. Zur Bedeutung der Geschlechtsbestimmung in der Kultur

Burkhart Lauterbach: Die sozial-kulturelle Funktion von Gartenstädten

Rainer Wehse: Die "unanständige" britische Bildpostkarte und die Volkserzählung

Sabine Doering-Manteuffel: Zeitenwende am Pol. Westernisierung und Anti-Modernismus in rezenten Inuit-Gesellschaften

Andreas Kuntz: Keramik im Kannenbäckerland. Produktgeschichte im Kontext regionaler Identitätsstiftung

Irene Götz: "Wir dürfen ja nicht so stolz sein". Nationale Identität vor dem Hintergrund familiärer Auseinandersetzungen um den Nationalsozialismus

Christoph Köck: Winterfest. Zur komplementären Gestaltung von Jahreszeiten in städtischen und ländlichen Umwelten

Pressestimmen

Allesamt sind sie als Kulturphänomene Ausgangspunkt für "volkskundliche Fallstudien", von denen elf in diesem Buch vorgestellt werden. Die Fallstudien profilieren einen Ausschnitt des Arbeitsspektrums und der Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie, die derzeit ihren Wirkungsradius neu definiert. Die akademische Disziplin Volkskunde erweist sich dabei als Kulturforschung mit deutlich empirischem Bezug, mit gleichermaßen historischer wie gegenwartsbezogener Perspektive. "Insgesamt geht die Sammlung von Fallstudien über die gesetzten Anforderungen, 'das behutsame aufspüren von Schnittstellen unterschiedlicher Kulturmuster' (S. 7) noch hinaus. (...) Lobenswert ist die Sorgfalt der Herausgabe (...) Zusammenfassend ist hervorzuheben, daß die Fallstudien das breite Spektrum des Faches anhand der abwechslungsreichen Themenkomplexe, der unterschiedlichen Fragestelllungen und Methoden und nicht zuletzt anhand der Vielfalt der herangezogenen Quellen zeigen. Die daraus gewonnenen Vorteile, die nur diese breite bietet, werden von den Autoren genutzt, eine weithin gelungene Repräsentation des Faches Volkskunde.
Aus: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde. 44,1999