Die Figuren der Diskurspartner und ihre Verwendung in der altenglischen Dichtung

Antje Wendler

Die Figuren der Diskurspartner und ihre Verwendung in der altenglischen Dichtung

1997,  Internationale Hochschulschriften,  Band 263,  214  Seiten,  E-Book (PDF),  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-5586-3

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„Wir müssen draußen bleiben" teilen zwei gezeichnete Hündchen dem einkaufenden Hundebesitzer mit. Ein Verbotsschild, das durch einen rhetorischen Kunstgriff fast verbindlich wirkt: Den Hunden selbst wird das Verbot „ins Maul" gelegt, und dadurch wird es entschärft.

Die vom Wesen her nicht diskursfähigen Hunde werden zu Gesprächspartnern gemacht. Der logischen Korrespondenzwahrheit wird widersprochen, da die Hunde von sich in der ersten Person reden, obwohl eigentlich nur über sie in der dritten Person geredet werden könnte. Eine sogenannte Diskurspartnerfigur liegt vor.

Die Figuren der Diskurspartner entstehen also durch den von der logischen Korrespondenzwahrheit abweichenden Gebrauch von Personalpronomina in Gesprächssituationen. Das Buch erstellt eine schematische Darstellung aller möglichen Diskurspartnerfiguren, sucht ihre Wurzeln in der antiken Rhetorik und belegt sie mit Beispielen. Anschließend wird das Vorkommen dieser Figuren in der altenglischen Dichtung untersucht.

Autoreninfo

Antje Wendler, Jahrgang 1967, arbeitet seit dem Abschluß des Promotionsverfahrens als Journalistin bei der Tagespresse.