Stereotypisierung am Arbeitsplatz

Sanna Schondelmayer

Stereotypisierung am Arbeitsplatz

Zur Handlungsrelevanz von Selbst- und Fremdbildern in der deutsch-polnischen Interaktion

2008,  Münchener Beiträge zur Interkulturellen Kommunikation,  Band 21,  304  pages,  E-Book (PDF),  31,40 €,  ISBN 978-3-8309-6978-5

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Angesichts der engen Nachbarschaft und wechselhaften Geschichte von Polen und Deutschen sind gegenseitige stereotype Zuschreibungen kaum überraschend. Aber welche Relevanz haben sie für das Handeln? Wie werden sie eingesetzt? Was sagt der Gebrauch stereotyper Zuschreibungen über die Sprechenden aus?

In dichter Beschreibung folgt die Autorin den diskursiven Variationen und handlungspraktischen Bezügen von Stereotypen am Beispiel von Deutschen und Polen, die in mittelständischen Unternehmen zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der ethnographischen Studie zeigen eine Vielfalt an möglichen Handlungs- und Kommunikationsformen im deutsch-polnischen Arbeitsalltag und decken eine "paradoxe Parallelität" auf: einerseits die verbale Distanzierung von Stereotypen und ein empathisches Miteinander, andererseits eine Überbetonung und Instrumentalisierung ebenso wie Ignoranz und mangelnde Anerkennung kultureller Differenzen.

author-info

Sanna Schondelmayer, Dr. phil., M.A. (Jg. 1974), Europäische Ethnologin & Prozessbegeleiterin, Trainerin, Mediatorin.
2003 Promotion an der Europa-Universität Viadrina (2003-2006) und Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der EUV Viarina, der LMU München, FSJ Jena, und HU zu Berlin. Seit 2003 fortlaufend freiberufliche Tätigkeit als interkulturelle Trainerin, Moderatorin/Mediatorin und Prozessbegleiterin in international tätigen Stiftungen und Vereinen und Organisationen. Expertin für inklusive und dialogische Großgruppenprozesse: www.boscop.org. Konzeption, Planung und Durchführung von Konferenzen, Netzwerktreffen, Teamklausuren und Workshops sowie Organisationsentwicklungsprozessen. Unterstützung bei Klärungsprozessen in Konflikt- oder Veränderungssituationen für Einzelpersonen, Paare und Organisationen.

press

Die Arbeit von Sanna Schondelmayer verdient es, bei künftigen Überlegungen für pragmatische Lösungen auf deutsch-polnischer betrieblicher Ebene herangezogen zu werden.
Tobias Weger in: Zeitschrift für Volkskunde, Band I. 2010.

[D]as Buch ist empfehlenswert, weil methodologisch nicht überlastet und mit praxisrelevanten Empfehlungen versehen. Die Fülle der Impulse, methodischer wie auch empirischer Natur, ist indessen so eindrucksvoll, dass der Arbeit dennoch nicht nur in der ethnographischen Forschung, aber auch in der kulturwissenschaftlich orientierten Sprachwissenschaft sowie in der Forschung zu den deutsch-polnischen Beziehungen ein hoher Rang zukommt.
Waldemar Czachur in:STUDIA NIEMCOZNAWCZE. XLII. Band. 2009.

Schondelmayers Arbeit umfasst eine ausführliche Darstellung konkreter Selbst- und Fremdbilder. Mit Blick auf die Frage nach Stereotypen und deren Relevanz im deutsch-polnischen Alltag bietet Schondelmayer eine anschauliche und verständliche, mit viel aktuellem empirischem Material illustrierte Untersuchung.
Anne Wessner in: kulturen. H.3, 2009.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Vielfalt an möglichen Handlungs- und Kommunikationsformen im deutsch-polnischen Arbeitsalltag und decken eine "paradoxe Parallelität" auf: einerseits die verbale Distanzierung von Stereotypen und ein emphatisches Miteinander, andererseits eine Überbetonung und Instrumentalisierung ebenso wie Ignoranz und mangelnde Anerkennung kultureller Differenzen.
Ost-Ausschuss-Informationen - Ausgabe 6/2008, 22.