Mord in Münster

Jürgen Kehrer

Mord in Münster

Kriminalfälle aus fünf Jahrhunderten

1995,  142  pages,  E-Book (PDF),  9,99 €,  ISBN 978-3-8309-5375-3

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Warum konnten die Mörder des Komturs Melchior Droste zu Senden nicht gefaßt werden?
War Martin Blome ein Werwolf?
Wieso verdächtigte man Anna Holthaus der Hexerei?
Was verschlug den Räuberhauptmann Abraham Picard ins Münsterland?
Hat Maria Rohrbach ihren Mann zerstückelt, in Pakete verschnürt und im Aasee versenkt?

Mord in Münster schildert tatsächliche Kriminalfälle, die zwischen 1588 und 1957 Münster in Aufregung versetzten.

Jürgen Kehrer, Autor von Kriminalromanen, deren Handlung nicht selten in Münster angesiedelt ist, hat mit dem vorliegenden Buch den Bereich der Fiktion verlassen und einen Streifzug durch die münsterische Verbrechensgeschichte gemacht.


Leseprobe

In diesem Moment griff der Komtur Melchior Droste zu Senden ein. Er ermahnte Oer, es wäre "nicht redlich, daß einer von Adel den andern in solcher Gesellschaft schlage". Wutentbrannt verließ Oer daraufhin die Hochzeitsgesellschaft. Torck wollte hinter ihm her, aber einige Gäste hielten ihn zurück. (...) Also gingen die drei Drostes weiter. Sie kamen allerdings nur bis zum Aegidii Kirchhof. Hier, so die zahlreichen Augenzeugen übereinstimmend, seien Oer und Westerholt über den Komtur hergefallen. "Nun ist es Zeit!" rufend, habe Berndt von Oer als erster auf den Komtur eingestochen. Aber auch Westerholt und, wie Johann Droste aussagte, ein Mann mit einem weißen Wams seien auf den bereits schwerverletzten Komtur losgelassen.

Wennemar Willinck, ein Diener des Vize-Dominus, berichtete, nicht nur die beiden Domherren, auch ihre Diener hätten "vom Leder gezogen" und nach ihm, Willinck, gestochen, aber nur seine Kleider zerfetzt.

Zusätzlich zu den belastenden Aussagen fanden sich auch die samtenen Hüte und Pantoffel der Domherren Oer und Westerholt an der Stelle auf dem Aegidii Kirchhof, wo der Komtur gestorben war. (...)