Armut und Arbeit in der Devotio moderna

Martina B. Klug

Armut und Arbeit in der Devotio moderna

Studien zum Leben der Schwestern in niederrheinischen Gemeinschaften

2005,  Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas,  Band 15,  300  Seiten,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-6546-6

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Der Niederrhein war ein Kernland der Devotio moderna, einer religiösen Bewegung des 15. Jahrhunderts. Ausgehend vom niederländischen Deventer verbreitete sich die Devotio moderna rasch bis nach Westfalen und den Rhein entlang bis Basel. Mit dem Ziel die vita communis der Urgemeinde neu aufleben zu lassen, verschrieben sich die Mitglieder dieser Reformbewegung einem Leben in freiwilliger Armut. Der Lebensunterhalt sollte durch die Arbeit der eigenen Hände erwirtschaftet werden.

Anhand von Vitensammlungen aus drei Konventen lässt sich der Lebensalltag der frommen Frauen untersuchen. Die Schwestern praktizierten eine intensive Verbindung von Arbeit und Gebet, die als Kennzeichen ihrer Lebensweise zu betrachten ist. Die ausführliche Darstellung einzelner Arbeitsgänge der Textilproduktion und der Landwirtschaft, des Brauens, Backens, der Küchenarbeit und Krankenpflege zeigt, dass die Verpflichtung zur Arbeit, weit entfernt von einem bloßen Lippenbekenntnis, tägliche Mühe und körperliche Anstrengungen bedeutete.

Autoreninfo

Martina B. Klug, geb. 1964, 1991 bis 1998 Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Promotion an der Universität Duisburg-Essen 2004, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen, Redaktion des Magazins der Niederrhein-Akademie/Academie Nederrijn 1999-2005, Mitarbeit bei der Konzeption der Ausstellung und Redaktion des Katalogs zur Ausstellung "Ferne Welten - Freie Stadt", Dortmund, Veröffentlichungen zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Mittelalters und zur Stadtgeschichte Dortmunds, seit 2006 Lehrerausbildung am Studienseminar Kleve.

Pressestimmen

Dit proefschrift bestaat uit twee delen. In het eerste (17-126) worden armoede en arbeid benaderd vanuit de theoretische geschriften van de Moderne Devotie; in het tweede (127-236) wordt de 'norm' getoetst aan de werkelijkheid, zoals die in een aantal narratieve bronnen aan het licht treedt. De resultaten zijn beschreven in goede samenvattingen en een slotoverzicht (237-240). De auteur komt weliswaar nauwelijks boven het niveau van beschrijving uit, maar hier ligt wel haar kracht. Dat zij in de behandeling van haar bronnen geen onderscheid maakt tussen mannen en vrouwen, lijkt ons een goede keuze. Dit draagt bij aan de groeiende behoefte om de (vroege) Moderne Devotie vooral als totaalbeeld te waarderen.
Rudolf v. Dijk in: Collatie. Halfjaarlijks informatieblad over 'Moderne Devotie', aflevering 23 - april 2009.

Besonders hohe Anschaulichkeit gewinnt die Arbeit dadurch, daß das breite Spektrum der Tätigkeiten in den Konventen mit Hilfe von Technikgeschichte und Volkskunde detailliert beschrieben wird. [...] Die Verknüpfung von Fragestellungen der Frömmigkeits-, Institutionen-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte macht den besonderen Reiz und Gewinn dieser Arbeit aus.
Letha Böhringer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 63,1, S. 345.