Auf dem Weg zu einer Allgemeinen Fachdidaktik

Horst BayrhuberUlf AbrahamVolker FrederkingWerner JankMartin RothgangelHelmut Johannes Vollmer

Auf dem Weg zu einer Allgemeinen Fachdidaktik

Allgemeine Fachdidaktik, Band 1

2017,  Fachdidaktische Forschungen,  Band 9,  300  Seiten,  broschiert,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-3532-2

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In diesem Band werden Umrisse einer allgemeinen Theorie der Fachdidaktiken entwickelt. Die Autoren bezeichnen sie als Allgemeine Fachdidaktik und verstehen sie als Metatheorie der Fachdidaktiken. In dieser wird das Verhältnis von Fachlichkeit, fachbezogener Bildungstheorie und empirischer wie theoretischer fachdidaktischer Forschung im Hinblick auf fachliches Lernen innerhalb und außerhalb der Schule systematisch reflektiert. Dabei erfasst und erklärt die Allgemeine Fachdidaktik die Fachdidaktiken in ihren Gemeinsamkeiten ebenso wie in ihren Differenzen.
Die Kapitelabfolge folgt einer inneren Logik: Im ersten Abschnitt werden die Entwicklung der Fachdidaktiken und ihr besonderer Status im Spannungsfeld von ‚Bildungswissenschaften‘ und ‚Fachwissenschaften‘ skizziert. Der zweite Abschnitt thematisiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Fachdidaktiken mit Blick auf das Lernen im Fach und über das Fach hinaus. Im dritten Buchabschnitt schließlich werden konstitutive Bausteine einer Theorie der Allgemeinen Fachdidaktik entwickelt. Auf dieser Grundlage treten im vierten Abschnitt erste Konturen einer Theorie fachlicher Bildung in Auseinandersetzung mit dem Bildungsdiskurs vom Mittelalter bis zur Gegenwart ins Blickfeld. Der Band schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick auf weitere Forschungsperspektiven.

Die Arbeit entstand auf Initiative der Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD).

Autoreninfo

Prof. Dr. Horst Bayrhuber studierte Philosophie, Biologie und Chemie in Innsbruck und München und promovierte 1971 in Zoologie. Von 1972 bis 1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IPN an der Universität Kiel. Lehrte von 1980 bis 1985 Biologiedidaktik an der Tierärztlichen Hochschule Hannover; von 1985 bis 2007 Professor für Biologiedidaktik an der Universität Kiel und Leiter der Abteilung Biologiedidaktik des IPN. In seinen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten befasste er sich mit der fachdidaktischen Modellierung neuerer biologischer und interdisziplinärer Forschungsbereiche von besonderer gesellschaftlicher Relevanz wie z. B. Biotechnik und System Erde. Dabei untersuchte er Fragen der ethischen Begründung und Schülervorstellungen im Bereich Biologie. Gründungsherausgeber der Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften (ZfDN), Vorsitzender der Sektion Fachdidaktik im Verband Deutscher Biologen sowie der Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD); Träger der Treviranus-Medaille des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO).

Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Studium der Germanistik und Anglistik für das Lehramt an Gymnasien an den Universitäten Erlangen und Freiburg i. Br., Referendariat und vier Jahre Schuldienst; Dissertation (1985) über Recht und Schuld im Werk Kafkas; Habil. (1994) über Geschichte und Systematik der Rede vom Stil in der Deutschdidaktik; Publikationen u. a. zu Literaturdidaktik und literarischem Lernen, zu Filmen im Deutschunterricht und zur Schreibdidaktik, Schwerpunkt literarisches Schreiben. Gastprofessuren an der Emory University Atlanta, GA (2004) und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (2009). Mitherausgeber der Zeitschrift „Praxis Deutsch“ (seit 2002). Erster Vorsitzender des Fachverbandes „Symposion Deutschdidaktik“ 2008–2012.

Prof. Dr. Volker Frederking studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte für das Lehramt der Sekundarstufen I und II an den Universitäten Münster und Bielefeld. Nach dem Ersten und Zweiten Staatsexamen (1988 bzw. 1992) und der Promotion (1992) Studienrat in Gütersloh (bis 1994), Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld (bis 1994) und Akademischer Rat bzw. Hochschuldozent an den Pädagogischen Hochschulen in Heidelberg und Freiburg. Seit 2000 Lehrstuhlinhaber für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2004 Vorsitzender der Konferenz der Fachdidaktiken an Bayerischen Universitäten (KFBU); Vorstandsmitglied der GFD (2012–2016). Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Literatur- und Mediendidaktik, mediale, literarische und ästhetische Bildung, empirische Kompetenz- und Unterrichtsforschung, Theorie und Empirie personaler, emotionaler und kognitiver Aktivierung. Forschungsprojekte: ‚Literarästhetische Urteilskompetenz‘ (LUK 2007–2013, von der DFG als Teil des Schwerpunktprogramms 1293 ‚Kompetenzmodelle‘ gefördert), ‚Ästhetische Kommunikation im Literaturunterricht‘ (ÄSKIL 2011–2013, gefördert durch die Friedrich-Stiftung), ‚Literarisch stimulierte Emotionen‘ (LisE; 2014–2017, gefördert durch die Mercator-Stiftung und den Rat für Kulturelle Bildung). Außerdem arbeitet er seit 2008 als Berater des IQB im Fach Deutsch (Ländervergleich, VERA, Entwicklung von Lernaufgaben für die Sekundarstufe I und die Allgemeine Hochschulreife).

Prof. Dr. Werner Jank ist seit 2009 Professor für Musikpädagogik und Leiter der Studiengänge Schulmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Er studierte Musikerziehung, Geschichte und Pädagogik an der Musikhochschule Wien sowie an den Universitäten Wien und Oldenburg und promovierte 1982 in Geschichte. Nach einigen Jahren im Schuldienst in Wien, Wilhelmshaven und Heidelberg sowie als Lehrbeauftragter an den Universitäten Oldenburg, Hamburg und Gießen wurde er 1993 auf die Professur für Musikpädagogik an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim berufen. Zahlreiche Publikationen mit Schwerpunkten zu allgemein- und fachdidaktischen Modellen, zu Unterrichtsmethoden und zur Geschichte der Musikdidaktik. Er war viele Jahre lang Vorstandsmitglied des Fachverbands „Bundesfachgruppe Musikpädagogik“ und 2015/16 Chair der „International Society for the Philosophy of Music Education“.

Prof. Dr. Martin Rothgangel ist Vorstand des Instituts für Religionspädagogik der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und seit 2014 Dekan. Seine Arbeitsschwerpunkte sind religionspädagogische Lehr-/Lernforschung (v. a. hinsichtlich der Themen Judenfeindschaft, interreligiöser Dialog, Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaft), Wissenschaftstheorie Religionspädagogik / Theologie sowie empirische Forschung im Bereich der ReligionslehrerInnenbildung.

Prof. Dr. Helmut Johannes Vollmer studierte Anglistik, Geschichte und Soziologie an den Universitäten Hamburg, Tübingen und der FU Berlin. Honorarmitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (empirisches Forschungsprojekt zur Erfassung von Englischleistungen in der Sekundarstufe I), dann Hochschulassistent (1977–1983) und Akademischer Rat (ab 1984) für Englische Sprachwissenschaft bzw. Sprachlehr-/lernforschung am Fachbereich Sprache, Literatur, Medien der Universität Osnabrück. Dort 1981 Promotion über „Fremdsprachenlernen und Fremdsprachenfähigkeit“ (empirische Strukturen in internationaler Perspektive), 1994 Habilitation (Beschreibung und Analyse von Lernersprache Deutsch/Englisch), bis 2006 Professor für Anglistik/Linguistik und Didaktik des Englischen ebenda. Gastprofessuren in Leipzig und St. Louis, USA. Seine Forschungsinteressen umfassen: Zwei- und Mehrsprachigkeit, Zweit- und Fremdsprachenerwerb, Bilinguales Lehren und Lernen, Fremdsprachliche Kompetenzforschung, Bildungsstandards und Curriculumsplanung, Sprachlich-kognitive Dimensionen in allen Fächern. Durchführung eines DFG-Projekts (2002–2006) zu Fachlernen und Sprachlichkeit. Seit 2006 Mitarbeit beim Europarat in Strasbourg, Sprachenpolitische Abteilung: Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Förderung europäischer Mehrsprachigkeit. Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) sowie der Gesellschaft für Fachdidaktik (GFD); seit 1990 Beiratsmitglied der Zeitschrift für Fremdsprachenforschung. Zahlreiche Publikationen.