Regina JucksLena Päuler-Kuppinger

Sichtweisen von Lehrkräften und Eltern auf guten Unterricht und ihre Erwartungen an die Sichtweise der jeweils anderen Gruppe

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102912

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Abstract

Lehrerprofessionalität beinhaltet Fachwissen und Reflexion über die Perspektive von Eltern zum Gegenstand Lehren und Lernen. Solche Überlegungen leiten die Kommunikation mit Eltern. In diesem Artikel werden zwei Sichtweisen auf Lehren und Lernen verglichen: (a) Die lehrenden-/inhaltsorientierte Sichtweise und (b) die lernendenorientierte Sichtweise. Für beide Sichtweisen wurde empirisch die Ausprägung bei Lehrkräften (N = 15) und Elternteilen (N = 92) erhoben. Dazu wurde eine an die Befragung von Lehrkräften und Eltern adaptierte Version des revidierten Approaches to teaching Inventory (ATI-R) verwendet. Der ATI-R misst die beiden unterschiedlichen Sichtweisen auf zwei Skalen mit einem 22 Items umfassenden Fragebogeninventar. Ergänzend wurde in der Eltern-Stichprobe die Fremdperspektive durch eine offene Frage dazu, was guten Unterricht in der Grundschule ausmacht, erhoben. Die Antworten wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen systematische Unterschiede in den Sichtweisen der beiden befragten Gruppen. In der Diskussion wird ausgeführt, dass Wissen über diese Unterschiede für die erfolgreiche Kommunikation mit Eltern für Lehrkräfte wichtig ist: nicht nur als unmittelbar relevantes Hintergrundwissen, sondern auch als Hintergrundannahme in jeder Interaktion mit Eltern. Zudem wird die Übertragbarkeit der Erfassung von Lehransätzen mit dem ATI-R für die Schule diskutiert.