Telse NaglerJanosch LinkersdörferJan LonnemannMarcus HasselhornSven Lindberg

Veränderung der Leseleistung von Kindern mit Leseschwierigkeiten durch Ausblenden des zu lesenden Textes

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Abstract

Studien zum Acceleration Phenomenon (AP) konnten zeigen, dass Probanden ihre Lesegeschwindigkeit und ihr Leseverständnis verbessern können, wenn präsentierter Text beim Lesen in der schnellsten individuellen Lesezeit ausgeblendet wird. Ob diese Leseverbesserungen auch erzeugt werden können, wenn die Ausblendegeschwindigkeit langsamer als die individuelle Lesegeschwindigkeit ist, wurde bisher nicht untersucht. Mit Hilfe der Untersuchung einer Stichprobe von 34 Drittklässlern mit Leseschwierigkeiten sollte in dieser Studie überprüft werden, welchen Einfluss langsames Ausblenden auf den Leseprozess hat. Zwei Bedingungen wurden eingeführt: eine, in welcher der Text um 40 % langsamer, und eine zweite, in welcher der Text um 70 % langsamer als die normale Lesegeschwindigkeit ausgeblendet wurde. In der um 40 % verlangsamten Bedingung verbesserten sich die Kinder signifikant in ihrer Lesegeschwindigkeit sowie in ihrem Leseverständnis. Die um 70 % verlangsamte Bedingung erzeugte zwar Verbesserungen in der Lesegeschwindigkeit, jedoch nicht im Leseverständnis. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Ausblendegeschwindigkeit nicht schneller sein muss als die individuelle Lesegeschwindigkeit um positive Leseverbesserungen zu erzielen. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Ausblendegeschwindigkeit große Relevanz hat, da keine Leseverständnisverbesserungen in der um 70 % verlangsamten Bedingung gefunden werden konnten. Die Anwendbarkeit der Befunde für die pädagogische Praxis sowie mögliche zukünftige Forschungsschwerpunkte werden in der Diskussion aufgegriffen.

Schlagworte
Acceleration Phenomenon; Leseschwierigkeiten; Lesegeschwindigkeit; Leseverständnis