Hannu Räty

Do parents’ explanations of their child’s verbal competence relate to their assessments of the child’s competence in the mother tongue?

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102668

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Abstract

Ziel dieser Studie ist es, Erklärungsmuster zu identifizieren, die Eltern anwenden um den Erfolg oder Misserfolg ihrer Kinder bei muttersprachlichen Tests oder Aufgaben zu erklären, sowie den Beitrag dieser Muster zu den elterlichen Wahrnehmungen der muttersprachlichen Kompetenz der Kinder aufzuklären. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass Eltern, die eine Kombination von Erklärungen (Begabung und Anstrengung) oder eine ausschließlich begabungsspezifische Erfolgserklärung hatten, eine signifikant bessere Einschätzung der muttersprachlichen Kompetenz ihrer Kinder hatten als diejenigen Eltern, die Erfolg allein anstrengungsbezogen erklärten. Während Eltern mit einem begabungsspezifischen Erklärungsmuster dazu neigten, die Kompetenzeinschätzung im Zeitverlauf der Studie zu erhöhen, zeigten Eltern mit einer kombinierten Erklärung eine stabile und hohe Kompetenzeinschätzung im Verlauf der Schuljahre des Kindes. Eltern mit einem kombinierten Erklärungsmuster waren zurückhaltend in ihren Erklärungen für Misserfolg. Zudem konnten signifikante Effekte in Bezug auf das Geschlecht des Kindes und das elterliche Bildungsniveau beobachtet werden. Als Fazit lässt sich festhalten, dass die untersuchten Erklärungsmuster relativ konstante Interpretationsarten repräsentieren, die elterliches Vertrauen in die akademischen Leistungen ihrer Kinder auslegen.

Schlagworte
Elterliche Kausalattributionen, Muttersprache, Geschlecht, Bildung, Längsschnittstudie