Klaus-Jürgen Tillmann

Empirische Bildungsforschung als Aufklärung?

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART101745

freier Download

Abstract

In dem Titel dieses Beitrags finden sich zwei Begriffe, die höchst unterschiedliche Assoziationen wecken: Aufklärung ist ein großer Begriff der abendländischen Geistesgeschichte; er beschreibt sowohl eine historische Epoche im 17. und 18. Jahrhundert als auch ein bis heute gültiges Konzept von Wissenschaft und Vernunft - gebrauch. Demgegenüber ist Bildungsforschung ein sehr junger Begriff, der eher technische Assoziationen auslöst – von Fragebögen über Computer-Berechnungen bis hin zu Drittmitteln. Der folgende Versuch, beide Bereiche aufeinander zu beziehen, erfolgt in vier Schritten: Die Argumentation beginnt mit der Frage: „Was ist Bildungsforschung?“ Sodann wird gefragt: „Was bedeutet es, von der Bildungsforschung ‚Aufklärung‘ zu erwarten?“ Diese beiden Schritte stellen die Vorbereitung dar für die anschließenden Analysen. Dabei wird in exemplarischer Weise bei zwei bekannten Projekten der empirischen Bildungsforschung (PISA 2000, COACTIV) nach ihrem Platz zwischen Sozialtechnologie und Aufklärung gefragt. Aus den Ergebnissen dieser Analysen ergeben sich abschließend kritische Anfragen an die gegenwärtige empirische Bildungsforschung.

Schlagworte
Bildungsforschung, Aufklärung, Bildungsgerechtigkeit, Evidenzbasierung