Henrik BrinkmannChristiane KerlenKatharina Bilaine

Interne Evaluation mit externer Begleitung – Ein Erfahrungsbericht aus dem Non-Profit-Bereich

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Abstract

Verschiedentlich wird ein Trend zur Internalisierung von Evaluationsaktivitäten konstatiert, der Maßnahmen des Evaluation Capacity Building mit einer Zunahme interner Evaluationen zu Lasten externer Evaluationen verbindet. Anhand eines Selbsterfahrungsberichts aus einer großen deutschen Non-Profi t-Organisation wird diese Entwicklung eingeordnet und die Frage gestellt, welche Begründungen es für den Internalisierungstrend geben könnte. Im konkreten Fall stellt sich die interne Evaluation als Kombination von Selbst- und Inhouse-Evaluation mit einer externen Evaluationsbegleitung dar - eine Mischung, die als Antwort auf eine spezifische Ausgangssituation interpretiert werden kann und erst durch in der Organisation breit vorhandenes Evaluationswissen als Option überhaupt möglich wurde. Die auftraggebende Organisation hat diese Form der internen Evaluation als positiv erlebt: Im Vergleich zu vorangegangenen externen Evaluationen konnten die Ergebnisse effizienter abgeleitet werden und waren für die Organisation nützlicher. Die Internalisierung erhöhte die Akzeptanz für den Erhebungsaufwand und für die Ergebnisse, ohne das Vertrauenskapital in der Organisation zu beschädigen. Dieser letzte Aspekt ist möglicherweise über den Einzelfall hinaus für Evaluationen im Non-Profit-Sektor insgesamt relevant: Internalisierung könnte der Versuch sein, den Evaluationsnutzen zu erhöhen und gleichzeitig das Risiko unerwünschter negativer Wirkungen auf das für NPOs besonders wichtige interne Vertrauenskapital zu reduzieren.

Schlagworte
Interne Evaluation, externe Evaluationsbegleitung, Evaluation Capacity Building, Non-Profit-Organisationen