Gertrude Aba Mansah Eyifa-Dzidzienyo

Social Construction and the Invisible Gender Roles in Talensi House Construction

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Abstract

»Women do not build«, is a Talensi saying that is known to the young and the old of both sexes. Is there any truth in this saying? Or can a building be constructed by men only? Gender is a basic structuring principle for Talensi activities including house construction. However, some gendered roles are socially more visible and acknowledged than others. Gender is used here to refer to the socially, culturally, psychologically and historically constructed identities that the Talensi perceive as male and female. The society has accordingly defined roles for men and women in house construction. This paper examines gender perspectives among the Talensi of Tengzug in indigenous house construction. Who does what on the basis of biological, cultural, social and historical experiences? The methods used in gathering data included interviewing a cross section of people of both sexes, differing ages and social status. Ethnographic data was collected by personal observation and participation in gendered activities. The research found adequate evidence to show that both sexes and gender groups contribute substantially to house construction. Men are responsible for the erection of building structures and roofing while women do the plastering and flooring. It also shows that the invisibility of women in Talensi indigenous house construction is set and guided by local cultural norms and practices that are underpinned by a patrilineal system of inheritance. A critical examination of the total building experiences of the Talensi society shows that women do build.
Keywords: Gender, Gender Roles, House Construction, Season, Labour

»Frauen bauen nicht«, besagt ein Sprichwort der Talensi, das Jung und Alt beiderlei Geschlechts wohlbekannt ist. Enthält dieses Sprichwort ein Körnchen Wahrheit? Kann ein Gebäude überhaupt ausschließlich von Männern errichtet werden? Geschlecht ist ein grundlegendes Strukturierungsprinzip bei allen Aktivitäten der Talensi einschließlich des Hausbaues. Allerdings sind einige geschlechtsbezogene Rollen sozial sichtbarer und anerkannter als andere. Geschlecht (gender) wird hier verwendet, um auf die sozial, kulturell, psychologisch und historisch konstruierten Identitäten Bezug zu nehmen, mit denen die Talensi Männer und Frauen wahrnehmen. Entsprechend hat die Gesellschaft spezifische Rollen für Männer und Frauen beim Hausbau vorgesehen. Der vorliegende Beitrag untersucht die Geschlechterperspektiven der Talensi von Tengzug beim Bau traditioneller Häuser. Wer tut was auf der Grundlage von biologischen, kulturellen, sozialen und historischen Erfahrungen? Die Methodologie bei der Datenerhebung umfasste Interviews mit einem Querschnitt der Bevölkerung, d. h. mit Personen beiderlei Geschlechts, unterschiedlichen Alters sowie verschiedenem sozialen Status. Weiter wurden ethnographische Daten durch teilnehmende Beobachtung von geschlechtsbezogenen Aktivitäten gesammelt. Die Untersuchung konnte zeigen, dass beide Geschlechter substantiell zum Hausbau beitragen. Männer sind verantwortlich für das Errichten des Gebäudegrundgerüsts sowie des Dachs, während Frauen das Verputzen und die Herrichtung des Fußbodens übernehmen. Die Studie verdeutlichte weiterhin, dass die ›Unsichtbarkeit‹ von Frauen beim Errichten traditioneller Häuser der Talensi von lokalen kulturellen Normen und Praktiken bestimmt wird, die wiederum durch ein patrilineales Erbschaftssystems gestützt werden. Eine kritische Prüfung aller mit dem Bauen zusammenhängenden Praktiken der Talensi zeigt, dass Frauen bauen.
Schlüsselwörter: Gender, Geschlechterrollen, Hausbau, Jahreszeiten, Arbeit/Arbeitskräfte