Entwicklungsaufgaben im Berufseinstieg von Lehrpersonen

Manuela Keller-Schneider

Entwicklungsaufgaben im Berufseinstieg von Lehrpersonen

Bearbeitung beruflicher Herausforderungen im Zusammenhang mit Kontext- und Persönlichkeitsmerkmalen sowie in berufsphasendifferenten Vergleichen

2020,  Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie,  Band 100,  472  pages,  paperback,  49,90 €,  ISBN 978-3-8309-4102-6

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Im Einstieg in die eigenverantwortliche Berufstätigkeit zeigt sich die Berufsarbeit in einer neuen Komplexität, die während der Ausbildung nur begrenzt erfahrbar ist. Der Berufseinstieg stellt individuell zu lösende Entwicklungsaufgaben, welche als Herausforderung angenommen und bearbeitet zur weiteren Professionalisierung beitragen. In dieser Studie wird die Wahrnehmung von beruflichen Anforderungen von berufseinsteigenden Lehrpersonen analysiert, aufbauend auf Aussagen aus 40 Supervisionsprozessen und von rund 300 systematisch befragten Lehrpersonen.

Die Berufsanforderungen von Lehrpersonen der Berufseinstiegsphase lassen sich in vier Entwicklungsaufgaben mit Teilbereichen beschreiben. Deren Wahrnehmung und Bearbeitung wird von Bedingungs- und Persönlichkeitsmerkmalen mitbestimmt. In einem Vergleich mit Wahrnehmungen von angehenden und erfahrenen Lehrpersonen werden berufsbiografische Entwicklungen und die Bedeutung von Erfahrung diskutiert.

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Der Wert des Buchs besteht darin, dass das, was bislang zum Berufseinstieg bekannt war (z.T. empirisch begründet, z.T. auch eher nur aus Erfahrungs- und eher impressionistischen Beobachtungswissen gewonnen), auf eine akribisch untersuchte und umfängliche Grundlage aufbauen kann. Und damit kann der sogenannten dritten Phase, dem Berufseinstieg, die Beduetung (einschließlich praktischer Konsequenzen) mit Nachdruck zugewiesen werden, die ihr zukommt. Dass die erstmals bereits 2010 veröffentlichte Studie in der jetzigen Ausgabe nochmals aufgelegt worden ist, unterstreicht, dass die Berufseingangsphase verstärkt zu einem Thema der Lehrkräfteausbildung wird bzw. werden muss.
Bernhard Seelhorst, in: Seminar 3/2020 S. 155 ff.

Man merkt, dass für die Verfasserin hinter den empirischen Daten immer Menschen stehen und die als Interpretationsfolien genutzten Theorien letztlich Hilfsmittel sind komplexe Phänomene zu strukturieren [...] Daher bleiben auch die gezogenen Folgerungen immer „in Rufweite der Praxis“, so dass das Buch vielen Lesergruppen empfohlen werden kann: allgemein an Berufspsychologie Interessierten, für die strukturelle Gestaltung der LehrerInnenbildung Zuständigen und praktisch in der LehrerInnenbildung Tätigen. ForscherInnen werden darüber hinaus die umfassend dargestellten Detailergebnisse schätzen, und sie werden die breite Literaturübersicht nützlich finden [...]
Johannes Mayr in: journal für lehrerinnen- und lehrerbildung, 2. 2011.

Das Buch ist allen Dozierenden und Beratenden an Pädagogischen Hochschulen sehr zu empfehlen.
Jürg Frick in: Psychologie in Erziehung und Unterricht, H. 2. 2011.

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