„Die hohen Bäume und das Unterholz und das Tote“

Harald Stahl

„Die hohen Bäume und das Unterholz und das Tote“

Waldnaturschutz im Nordschwarzwald, Waldbewusstsein und Naturerfahrung

2019,  Freiburger Studien zur Kulturanthropologie,  Band 3,  359  pages,  paperback,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-3981-8

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„Es hat alles seine Berechtigung, es darf alles nebeneinander sein, also die hohen Bäume und das Unterholz und das Tote. Es kreucht und fleucht in allen Schichten.“
Besucherin des Bannwaldes Wilder See im Nordschwarzwald


Das Buch befasst sich anhand ethnographischer, historischer und kulturtheoretischer Zugänge mit Vorstellungen von Natur, Wald und Wildnis. Betrachtet werden Waldschutzgebiete, in denen menschliche Eingriffe untersagt sind – der 1911 ausgewiesene Bannwald Wilder See und der Sturmwurferlebnispfad Lotharpfad, der die Entstehung „neuer Wildnis“ veranschaulichen soll –, und die Auseinandersetzung um die Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald. Es geht um Naturerfahrung, -konzeptionen und -bilder. Damit verbinden sich auch grundlegendere Fragen: nach den Bedingungen der Wertschätzung der (wilden) Natur, nach Naturbegriffen, zur Symbolgeschichte des Waldes, nach den Modi der Naturerfahrung und schließlich nach dem Verhältnis von kulturellem Waldbewusstsein und konkreter Naturerfahrungssituation.

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Um nichts vorwegzunehmen, aber in Aussicht zu stellen: Stahls Waldgänge sind ein höchst inspirierender und hilfreicher Beitrag, den Umgang mit Natur zu verstehen.
Friedemann Schmoll, in: Zeitschrift für Volkskunde 116 (2/2020), S. 297 ff.

Alles in allem, eine gelungene Arbeit die sich einreihen wird in die kulturanthropologischen Werke über Wald und Waldbewusstsein. Akribisch recherchiert, mit einer Fülle von Material (aus Archiven, Medien, Interviews) und gut geschrieben, lädt sie uns ein sich in das Dickicht der Bedeutungen von Natur zu begeben.
https://kbl.badw.de/kbl-digital/rezensionsportal/aktuelle-rezensionen/ansicht/detail/5126.html

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