Erzählwelten

Siegfried Neumann

Erzählwelten

Fakten und Fiktionen im mündlichen und literarischen Erzählen

Beiträge zur volkskundlichen Erzählforschung

2018,  Rostocker Beiträge zur Volkskunde und Kulturgeschichte,  Band 8,  266  pages,  paperback,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-3887-3

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Dieser Band der „Rostocker Beiträge zur Volkskunde und Kulturgeschichte“ mit Studien des renommierten Erzählforschers Siegfried Neumann führt eine Reihe von Erzählwelten vor, deren Dokumentation und Untersuchung vom Vineta-Mythos über die vielfältigen Inhalte der Popularliteratur und Volkserzählung der folgenden Jahrhunderte bis hin zu den von mündlichem Erzählen beeinflussten Natur- und Gesellschaftsschilderungen deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts reicht. Dabei geht es dem Autor sowohl um den Reichtum der erzählten Inhalte wie um die Erzählformen, um die verschiedenen Darstellungsweisen des Erzählten und um die Erzählerpersönlichkeiten, von denen das Erzählte stammt. Im Ergebnis zeigt sich eine breite Palette der erzählerischen Darbietungskunst und des Aussagewollens, die von der angestrebten Abbildung wirklichen oder denkbaren Geschehens bis zu märchenhaften Schöpfungen kreativer Phantasie reichen, wobei die Grenzen zwischen mündlicher Erzählung und literarischer Gestaltung, wiewohl scheinbar vorgegeben, weithin fließend sind. Hier tun sich originelle Forschungsansätze auf.

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Ein wunderbares Buch versammelt Aufsätze des berühmten Erzählforschers Siegfried Neumann aus Mecklenburg. Er erforscht darin, wie Erzählstoffe wandern, sich verändern, adaptiert werden, je nach Vorliebe der Erzählerin oder des Erzählers – er bringt einige umwerfende Beispiele dafür, wie Erzählerinnen den von Männern bearbeiteten Stoff wieder feminisieren und Sexismen entfernen, und das offenbar ganz spontan, ohne theoretischen Unterbau.
Gabriele Haefs, in: Folk Magazin (April 2019), S. 49.

Mit diesem Buch [...] hat der international renommierte Erzählforscher und Märchenpreisträger der Stiftung bewiesen, dass seine Ansätze nach wie vor zu Erkenntnissen führen können, die mit anderen Instrumentarien wohl kaum erreicht würden. Er stellt uns Welten vor, Milieus, Kontexte – Erzählwelten eben, die ein sehr großes Spektrum an Themen und Motiven ahnen lassen: es sind die Themen seiner Heimat, der Ostseeanrainer, der Menschen hinter den Texten, der herausragenden Erzählerpersönlichkeiten und ihrer „Darbietungskunst“, die nur einem Menschen wie Neumann im Laufe seines Wissenschaftlerlebens begegnen konnten, weil er ihre Sprache sprach und ihr Vertrauen gewann. Das können nicht viele Feldforscher von sich behaupten. [...] Man darf dem Rostocker Herausgeber wirklich dankbar sein für die Arbeit an diesem Band. Mit Erzähl- und besonders Erzähler-Forschung dieser Art tun sich Ansätze auf, die neu nachdenken lassen über den tieferen Sinn kollektiver Überlieferungen, nicht nur jener aus Mecklenburg.
Sabine Wienker-Piepho, in: Märchenspiegel 2/2019, S. 58f.

Wer sich für Volksliteratur und ihr diffiziles Verhältnis zu schriftlichen Quellen und zu künstlerischen Erzählungen interessiert, wird in dem vorliegenden Band fündig werden, der, obwohl aus einzelnen Beiträgen bestehend, keinesfalls wie zusammengewürfelt erscheint, sondern sich wie aus einem Guss präsentiert.
Bernd Rieken, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LXXIII/122 2019, Heft 2, S. 408.

Der Autor formuliert vorsichtig, mit Vorbehalten und Einschüben. Er zeigt den aktuellen Forschungsstand auf, lässt aber im Grunde offen, ob in Zukunft nicht neue Erkenntnisse wieder neue Standpunkte ermöglichen oder nötig machen. Hier spricht der erfahrene Volkskundler. Neben der Volkskunde kommt auch die Germanistik zum Zuge, und das ist durchaus ein Vergnügen.
Paula Küng-Hefti, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde116:1 (2020), S. 150.

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