Einführung in die Ethnologie Mesoamerikas

Erstmals im deutschsprachigen Raum gibt es mit diesem Handbuch ein Überblickswerk zu den rezenten indigenen Kulturen Mesoamerikas. Heutige Maya, Mixteken, Zapoteken und viele weitere autochthone Gemeinschaften sind einerseits Nachfahren der gleichnamigen vorkolonialen Kulturen, andererseits haben sie sich über die Jahrhunderte dynamisch weiterentwickelt und prägen die modernen Nationalstaaten der Region von Mexiko bis Nicaragua auf vielfältige Weise mit.

In 32 Einzelkapiteln stellt das Handbuch die indigenen Kulturen Mesoamerikas aus zeitgeschichtlicher und ethnologischer Perspektive dar. Es greift aktuelle Entwicklungen auf und bietet ausgehend vom gegenwärtigen Stand empirischer Kulturforschung fachliche Orientierung für ein weiterführendes, vertiefendes Studium der Region. Das Handbuch gliedert sich in fünf Hauptteile. Der erste bietet eine kompakte Einführung unter Berücksichtigung altamerikanistischer und sprachwissenschaftlicher Aspekte. Es folgen zwei historische Teile, einer zur Geschichte ethnologischer Forschung in Mesoamerika und einer zur neuzeitlichen Geschichte der Region. Im vierten Teil werden anhand ethnographischer Einzelfälle zentrale Themenbereiche der Ethnologie Mesoamerikas vorgestellt. Der fünfte Teil ist überregionalen kulturellen Prozessen gewidmet, wie Revitalisierungs- und Autonomiebewegungen oder der wachsenden indigenen Medienproduktion.

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Die gewaltige Fülle von zu weiterer Lektüre anregenden Details und Zahlenmaterial, vor allem auch bei den Angaben im Glossar, machen dieses Buch zu einer wahren Fundgrube. Der gewiss sehr schwierigen Koordination so unterschiedlicher Beiträge in einem Handbuch und der Zusammenfassung von Glossar, Register und einer gemeinsamen Bibliographie sei hier höchstes Lob gezollt. Das Buch ist beeindruckend, vor allem, wenn man es eben nicht nur nach einzelnen Phänomenen befragt, sondern ganz liest und die klare, aber auch kritische Positionierung zugunsten der indigenen Gruppen und ihrer politischen Bewegungen bei allen deren inneren Konflikten anerkennen darf.
Ursula Thiemer-Sachse, in: Amerindian Research 2/2019, S. 127.

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